Das war harte Arbeit. Borussia Dortmund mühte sich gegen den 1. FC Heidenheim zu einem 3:2 (1:1)-Erfolg. Anton brachte den BVB nach 44 Minuten in Führung. Niehues drehte die Begegnung kurz vor und nach der Pause (45.+5, 48.), ehe Guirassy den Endstand herstellte (68. Handelfmeter, 70.). Der Mittelstürmer der Schwarz-Gelben vergab in der 85. Minute einen weiteren Strafstoß.
Wie fast nach jedem Spiel in der Champions League wechselte BVB-Trainer Kovač seine Startelf auch nach der 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand auf mehreren Positionen. Anton, Yan Couto, Svensson, Brandt und Adeyemi begannen für Can (krank), Bensebaini, Ryerson, Fábio Silva und Beier (alle Bank).
Wie viele vor Anpfiff der Begegnung erwartet hatten, bestimmten die Schwarz-Gelben die Partie. Viele Spielzüge der Dortmunder gingen über die Außenbahnen. Doch in den Strafraum der Heidenheimer drangen die Borussen kaum einmal gefährlich vor.
Die erste gute Abschlusschance besaß Guirassy nach einer Viertelstunde, der aus halblinker Position zum Abschluss kam. Die BVB-Leihgabe im Gästetor Ramaj klärte jedoch zur Ecke.
Das Team von der Ostalb versuchte immer wieder, Nadelstiche zu setzen. In der 26. Minute gelang es dem FCH, als Dinkci aus zwölf Metern abzog. Kobel tauchte jedoch ab und hielt den Schuss fest.
Nach einer halben Stunde setzte Schlotterbeck – heute mit Kapitänsbinde – zum Kopfball an, schädelte die Kugel aber knapp über den Querbalken. Kleiner Aufreger wenige Minuten später, als Anton im Strafraum der Heidenheimer im Zweikampf mit Mainka zu Fall kam. Schiedsrichter Jöllenbeck entschied sich aber gegen einen Elfmeterpfiff.
Die Führung für den BVB auf dem Fuß hatte Guirassy, der versuchte, den Ball nach einem Steckpass von Brandt über Ramaj zu lupfen. Das Leder flog zwar über den Heidenheimer Keeper hinweg, traf aber nur die Latte (38.).
Die achte Ecke für Dortmund brachte das 1:0. Im Anschluss an einen Eckball von Yan Couto kam Ramaj im Gedränge nicht richtig an den Ball. Anton stand goldrichtig und staubte aus wenigen Metern ab (44.).
Doch den Westfalen gelang es nicht, die Führung mit in die Pause zu nehmen. In der fünften Minute der Nachspielzeit stocherte Niehues im zweiten Versuch den Ball im Liegen zum 1:1 über die Linie.
Niehues trifft, Guirassy kontert
So wie der erste Durchgang endete, begann auch der zweite – mit einem Treffer der Gäste durch Niehues. Ibrahimović legte den Ball in die Mitte ab und der Heidenheimer nagelte den Ball von Svensson noch leicht abgefälscht zum 2:1 für den FCH in die Maschen (48.).
Das Tor der Gäste zeigte Wirkung. Der BVB mühte sich, wurde aber nicht gefährlich. Stattdessen hätte Pieringer nach einer Stunde fast auf 3:1 gestellt. Doch sein Kopfball flog über das Tor.
Dann folgten die Minuten des Guirassy. Dorsch bekam den Ball im eigenen Sechzehner an die Hand. Jöllenbeck sah sich die Bilder an und zeigte auf den Punkt. Der Mittelstürmer der Borussia hämmerte die Kugel halbhoch rechts in die Maschen. Ramaj war zwar noch dran, lenkte den Schuss aber nur ins eigene Tor (68.).
Nur zwei Zeigerumdrehungen später jubelte Guirassy erneut. Einen schnellen Konter über Beier vollendete die Dortmunder Nummer neun mit einem Schuss von der rechten Seite ins kurze Eck zum 3:2. Siersleben fälschte noch leicht ab.
In der 82. Minute entschied der Unparteiische erneut auf Strafstoß. Siersleben brachte Guirassy zu Fall. Der Gefoulte trat selbst an und schoss die Kugel diesmal aber nicht ins Netz, sondern Richtung Südtribüne.
Von Heidenheim war jetzt nichts mehr zu sehen. Die Gäste standen meist am eigenen Sechzehner und erwehrten sich der Angriffe der Hausherren. Aber dann tauchte Ibrahimović in der Nachspielzeit plötzlich vor Kobel auf. Eine Flanke von Busch setzte er aber Volley neben das Tor (90.+1).
Mit dem Mute der Verzweiflung warf der FCH alles nach vorne. Und hatte erneut die Chance zum Ausgleich. Ibrahimović flankte und Kaufmann schoss aus wenigen Metern über den Querbalken (90.+5). Der Lucky Punch wollte tapferen Gästen aber nicht mehr gelingen.
Fazit: Dortmund bestimmte im ersten Durchgang die Begegnung, hatte mehr Ballbesitz. Doch der BVB kam gegen konzentriert verteidigende Gäste nur selten zum Abschluss. Eine ihrer zahlreichen Ecken nutzte die Borussia zur Führung. Mit einem schnellen Umschaltmoment überlisteten die Heidenheimer jedoch die Hausherren. Das 2:1 für den FCH brachte die Borussia zwischenzeitlich aus dem Konzept. Guirassy mit seinem Doppelpack brachte sein Team scheinbar auf die Siegerstraße. Doch in der Schlussphase wankten die Schwarz-Gelben, profitierten aber von der Abschlussschwäche der Heidenheimer.
BVB: Kobel – Mane (46. Süle), Anton, Schlotterbeck – Yan Couto (58. Beier), Nmecha, Bellingham (58. Chukwuemeka), Svensson – Adeyemi (69. Fábio Silva), Brandt – Guirassy (90.+3 Özcan)
FCH: Ramaj – Busch, Mainka, Siersleben – Traoré (80. Schimmer), Niehues (70. Schöppner), Dorsch, Behrens – Dinkci (80. Kauffmann), Honsak (46. Ibrahimović) – Pieringer (80. Conteh)
Tore: 1:0 Anton (44.), 1:1, 1:2 Niehues (45.+5, 48.), 2:2, 3:2 Guirassy (68. Handelfmeter, 70.)
Bes. Vorkommnis: Guirassy verschießt Foulelfmeter (85.)
