Da waren es nur noch sechs. Vor Wochen schien der FC Bayern München uneinholbar entrückt. Elf Zähler lag der Rekordmeister nach 18 Spieltagen vor Borussia Dortmund. Doch der Wind hat sich gedreht. Zu den Titelchancen des BVB äußerte sich jetzt Matthias Sammer (58).
Nach dem 5:1-Kantersieg der Münchener in Leipzig strebte der Klub von der Säbener Straße Meisterschaft Nummer 35 entgegen. Nach der überraschenden 1:2-Heimpleite gegen den FC Augsburg sowie einem enttäuschenden 2:2 beim Hamburger SV sieht die Welt allerdings ein wenig anders aus. Binnen zwei Wochen haben die Dortmunder fünf Zähler auf den Tabellenführer gutgemacht.
„Das sind drei Punkte weniger als vor der Winterpause“ rechnete Nico Schlotterbeck (26) nach dem mühsamen 3:2-Erfolg am vergangenen Sonntag gegen Schlusslicht 1. FC Heidenheim auf DAZN vor. Der Abwehrchef des BVB kündigte an: „Deswegen kann ich sagen, dass wir jetzt angreifen wollen.“ Und weiter: „Man muss den Anspruch als BVB haben, den Fans zu sagen: Ja, wir wollen Meister werden!“
Lob für Schlotterbeck
Die selbstbewusste Haltung des Innenverteidigers stößt bei Sammer auf große Zustimmung. „Ich finde es wohltuend, wenn sich Nico Schlotterbeck nach dem Spiel äußert. Ich mag mutige Spieler“, erklärt der BVB-Berater im Rahmen der Sky-Sendung „Sammer & Basile – Der Hagedorn Talk“. Das sei „aller Ehren wert“. Auch wenn die Äußerung in einer Situation getätigt werde, in der man mit dem Titel „vielleicht nicht […] rechnen könnte“. Der Meistertrainer von 2002 werde nun „wie immer mit Argusaugen darauf achten, ob das auch alle wollen oder nur ein paar“.
Trotz der kleinen Aufholjagd sieht Sammer den Serienmeister weiterhin in der Pole Position. „Das liegt nur an Bayern München, ob es ein Titelkampf wird, weil ich glaube, sie sind mit Abstand die Besten“, lobt der gebürtige Dresdener den Branchenprimus.
Dennoch begrüßt der 58-Jährige die Zielsetzung Schlotterbecks. „Wenn du Außergewöhnliches erreichen willst und nur gewöhnlich argumentierst“, ist Sammer überzeugt, „werden dein Körper und dein Geist dir nicht folgen. Er hat es jetzt geäußert und ich finde das gut.“
