Michael Zorc meldet sich nur noch selten öffentlich zu Wort. Nun bricht der frühere BVB-Sportdirektor sein Schweigen – und macht sich klar für seinen langjährigen Weggefährten Jürgen Klopp als möglichen Bundestrainer stark.
Der Anlass: Klopp und der Deutsche Fußball-Bund sind sich in Grundzügen über einen Bundestrainervertrag bis zur WM 2030 einig, die Verhandlungen laufen. Für Zorc, der sich vor Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, gibt es dabei keinen Zweifel. Klopp sei „die einzige und logische Wahl – und das Beste, was Fußball-Deutschland jetzt passieren kann“, sagte der heutige BVB-Aufsichtsrat nun.
Seine Einschätzung begründet der 63-Jährige mit Prinzipien, die er in Dortmund selbst über Jahre erlebt hat. „Egoismen hintenan stellen, das Leistungsprinzip nach vorne setzen: Er geht voran, und die Leute werden ihm folgen“, sagte Zorc. Gerade jetzt sei das ein Gewinn, „wo wir vielleicht nicht die alles überragende Qualität an Einzelspielern besitzen“.
Erinnerungen an die gemeinsame Zeit in Dortmund
Die Freude über die mögliche Rolle seines Freundes ist Zorc anzumerken. „Das ist eine Aufgabe, in die er richtig Energie reinbringen kann. Davon werden wir alle profitieren“, betonte er.

Es war Zorc, der Klopp 2008 an die Strobelallee holte – ein Schritt, der die Geschichte des Klubs prägen sollte. Damals soll sich Klopp bereits mit dem FC Bayern München zumindest halbwegs einig gewesen sein, ehe sich die Münchner für Jürgen Klinsmann entschieden. Auch beim Hamburger SV kam ein Engagement nicht zustande. So griff der BVB zu.
„Klopp war ein hervorragender Trainer, ein Fußball-Fachmann, der es aber auch geschafft hat, eine große Community, eine ganze Stadt zu begeistern und positiv zu infizieren“, erinnerte sich Zorc. „Er hatte eine große Überzeugungskraft.“ Die Gabe, andere mitzureißen, besitze Klopp „in einer für mich nie dagewesenen Weise“.
Besonders eine Botschaft habe damals verfangen: Klopp habe „speziell den Nerv in Dortmund getroffen: Jetzt fangen wir erstmal an zu arbeiten, nicht schön zu spielen. Das kam hervorragend an.“ Gemeinsam feierten beide zwei Meisterschaften und erreichten das Champions-League-Finale.
