Großes Talent, kleine Probleme: BVB arbeitet an Gadou-Schwächen

Manuel Behlert

Joane Gadou ist beim BVB sofort in die Startelf gerückt und hat sich als Stammkraft in der Dreierkette durchgesetzt. Genau bei diesem Shootingstar setzt Niko Kovač laut einem Bericht dennoch bei einem Makel an. 

Nicht das Verteidigen bereitet dem Innenverteidiger Schwierigkeiten, sondern es ist ein anderes Element. Und zwar das Aufbauspiel unter Druck. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, sieht Kovač bei den technischen Abläufen Luft nach oben und rückt sie im Training in den Vordergrund. Konkret geht es um Details bei der Annahme, um die Positionierung, die Verarbeitung und die Vororientierung.

Nach dem Spiel gegen den VfB Stuttgart benannte der Trainer den Arbeitsauftrag offen: „Wie er den Ball verteidigt, das ist überragend. Genau deshalb haben wir ihn verpflichtet. Am Ball muss er manche Situationen anders lösen, aber daran arbeiten wir.“ Das ist eine klare Marschroute. Gerade gegen den VfB war in der Tat mehrfach sichtbar, dass Gadou, wenn er von außen angespielt wurde, in Hektik geriet.

Starker Start trotz klarer Entwicklungsaufgabe

Dass es hier um Feinschliff und nicht um ein Grundsatzproblem geht, zeigt die Bilanz der ersten Wochen und vor allem auch der Einfluss des Spielers. Bislang stand der 1,95 Meter große Rechtsfuß bei sieben Pflichtspielen sechsmal von Beginn an auf dem Platz und übernahm binnen weniger Wochen den rechten Posten in der Dreierkette. Rund 20 Millionen Euro investierte der BVB im Sommer, um den bei Paris SG ausgebildeten U21-Nationalspieler von RB Salzburg zu holen.

Athletik und Antritt machen den 20-Jährigen aus. Gegen Stuttgart holte Gadou den durchgebrochenen Ermedin Demirović mit einem 36-km/h-Sprint noch ein und grätschte rechtzeitig dazwischen. Gegen den Ball überzeugt der Franzose auf ganzer Linie – die einzige Baustelle bleibt die Ballverarbeitung.

Wie hoch Gadou im Dortmunder Umfeld gehandelt wird, machte zuletzt Nico Schlotterbeck deutlich. Der Abwehrchef hob den Neuzugang im Rahmen einer grundsätzlich optimistischen Einordnung des veränderten Kaders besonders hervor: „Die Neuzugänge, die kamen, sind alle auf einem Top-Niveau. Wenn ich da nur an Joane Gadou neben mir in der Innenverteidigung denke: Das ist schon höchste Klasse.“

Klasse, die jetzt auch auf einem anderen Level benötigt wird.

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