Borussia Dortmund will künftig noch stärker auf Talente aus den eigenen Reihen bauen. BVB-Nachwuchschef Paul Schaffran verfolgt dabei ein ehrgeiziges Ziel.
Der Weg in die Profimannschaft soll für junge Spieler bei Borussia Dortmund künftig noch kürzer werden. Der BVB möchte seine Nachwuchsarbeit so ausrichten, dass langfristig deutlich mehr Fußballer aus der eigenen Ausbildung den Sprung in die Bundesliga schaffen. Damit könnte sich auch die Transferstrategie des Klubs grundlegend verändern.
Paul Schaffran hat für dieses Vorhaben eine klare Vorstellung. „Die erste Elf soll irgendwann aus Dortmunder Jungs bestehen“, sagte der Leiter des Dortmunder Nachwuchsbereichs gegenüber den Ruhr Nachrichten. Dahinter steckt der Anspruch, Talente möglichst früh zu entdecken, selbst auszubilden und anschließend an die Profimannschaft heranzuführen.
Dass am Ende tatsächlich elf Eigengewächse gemeinsam für den BVB auflaufen, dürfte allerdings nur schwer zu realisieren sein. Schaffran bewertet den Erfolg der Nachwuchsarbeit deshalb nicht allein danach, wie viele Spieler sich in Dortmund durchsetzen. Auch Talente, die später bei europäischen Spitzenklubs landen und dem BVB hohe Ablösesummen einbringen, wären ein positives Ergebnis. „Wenn es am Ende vier sind und drei weitere bei Manchester City oder Real Madrid spielen, weil wir sie vorher für 100 Millionen verkauft haben, bin ich auch nicht traurig darüber.“
BVB will Talente künftig selbst zu Profis entwickeln
Derzeit setzt Dortmund bei der Suche nach jungen Spielern weiterhin auf den internationalen Markt. Samuele Inacio und Mathis Albert gehören beispielsweise zu den Talenten, die nicht ausschließlich beim BVB ausgebildet wurden. Perspektivisch sollen solche Verpflichtungen weniger notwendig werden.

Schaffrans Wunsch geht noch einen Schritt weiter. Dortmund soll im Idealfall bereits im eigenen Nachwuchs Spieler entwickeln, für die der Verein bislang auf dem Transfermarkt aktiv werden musste. „Und dass wir dann im Profibereich nicht mehr darauf angewiesen sind, dass wir die Adeyemis und Bellinghams holen müssen, weil wir die schon von unten hochgeschoben haben.“
Wie wertvoll eine erfolgreiche Akademie für einen europäischen Spitzenklub sein kann, zeigt unter anderem der FC Barcelona. Spieler wie Lamine Yamal oder Pau Cubarsí schafften dort aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung auf die große Bühne. Einen vergleichbaren Stellenwert soll die Nachwuchsarbeit langfristig auch in Dortmund erhalten.

