Kritik am BVB-Kader: „Qualitativ nicht gut genug besetzt“

Lukas Neth

Die Niederlage von Borussia Dortmund bei FK Bodö/Glimt sorgt für Diskussionen. Nach dem enttäuschenden Auftritt am Polarkreis steht dabei nicht nur die Einstellung der Mannschaft in der Kritik. Sky-Reporter Patrick Berger sieht vor allem auf den Außenbahnen ein Qualitätsproblem im BVB-Kader. Auch die taktische Ausrichtung von Trainer Niko Kovac hinterfragt der Journalist.

Für Sky-Reporter Berger ist die Besetzung der Dortmunder Außenbahnen ein wiederkehrendes Problem. Nach dem Auftritt in Norwegen bekräftigte er seine Einschätzung auf X: „Bleibe dabei: Der BVB ist auf der Schiene qualitativ einfach nicht gut genug besetzt. Hat man in Bodö wieder gesehen.“

Während Ryersson zunächst auf der Bank Platz nahm, startete Daniel Svensson auf der rechten Schiene. Maximilian Beier begann auf der linken Seite. Laut Berger ist Beier zwar ein Spieler, der sich stets voll einbringt, allerdings sieht er in ihm keine dauerhafte Lösung für die Schienen-Position: „Beier, der zweifelsfrei immer Gas gibt, keine Dauerlösung dort.“

Damit rückt eine Kaderfrage in den Mittelpunkt, die Dortmund auch über die Niederlage hinaus beschäftigen dürfte: Reicht die individuelle Qualität auf den Außenbahnen aus, um gegen unangenehme Gegner konstant Lösungen zu finden?

Kritik an Kovacs taktischer Ausrichtung

Neben der personellen Besetzung nimmt Berger auch Kovacs taktische Entscheidungen ins Visier. Besonders die Rolle von Karetsas sieht er kritisch: „Zudem tut Kovac Karetsas keinen Gefallen, wenn er ihn in ein System presst, in dem er nur defensiv arbeiten muss“, so Berger.

Das Konzept mit inversen Flügelspielern, die von außen nach innen ziehen, überzeugt Berger ebenfalls nicht vollends. „Auch das mit den inversen Wingern geht nur bedingt auf“, lautet sein Urteil. Die taktische Ausrichtung lasse demnach Fragen offen – gerade dann, wenn Dortmund gegen kompakt verteidigende oder intensiv pressende Gegner Lösungen benötigt.

Allerdings beschränkt Berger seine Kritik ausdrücklich nicht auf die Kaderzusammenstellung oder das System. Der Auftritt in Bodö habe auch grundsätzliche Defizite bei Einsatz und Intensität offenbart. Sein Urteil fällt entsprechend deutlich aus: „In Sachen Arbeitsbereitschaft und Intensität ein kompletter Totalausfall.“

Niko Kovac
Foto: IMAGO

Gerade die Umstände der Partie hätten die Dortmunder auf eine intensive Begegnung vorbereiten müssen. Der Kunstrasen, die äußeren Bedingungen und die Spielweise des norwegischen Gegners seien keine Überraschung gewesen. Berger betonte dazu: „Man wusste, was am Polarkreis auf Kunstrasen auf einen zukommt.“

Für den BVB ergibt sich damit ein mehrschichtiges Problem. Neben der Frage, ob der Kader auf den Außenbahnen ausreichend Qualität bietet und Kovac die passenden taktischen Lösungen findet, muss die Mannschaft auch ihre Einstellung hinterfragen. Denn selbst personelle oder systematische Schwächen erklären nicht allein, weshalb Dortmund in einer solchen Partie bei Einsatz und Intensität derart enttäuschte.

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