Borussia Dortmund steht vor einer unangenehmen Aufgabe im DFB-Pokal. In der zweiten Runde trifft der BVB am Dienstagabend (27. Oktober, 20.45 Uhr) auf Werder Bremen. Die Erinnerungen an frühere Pokalduelle dürften bei den Schwarz-Gelben allerdings wenig Freude auslösen. Seit Jahren ist Bremen für die Dortmunder ein echter Angstgegner im Wettbewerb. Diesmal soll die Revanche gelingen.
Drei Pokalduelle gab es zwischen den beiden Traditionsklubs in den vergangenen 17 Jahren. Dreimal setzte sich Werder durch und beendete damit die Dortmunder Titelträume. Unabhängig von Spielort und Spielverlauf fand der BVB bislang kein Mittel, um die Bremer im Pokal auszuschalten.
Den Anfang machte das Achtelfinale im Januar 2009. Damals ging Dortmund mit einer 1:0-Führung in die Halbzeitpause, musste sich am Ende aber mit 1:2 geschlagen geben. Hugo Almeida und Claudio Pizarro drehten die Partie zugunsten der Gäste.
Zehn Jahre später kam es erneut zum Aufeinandertreffen. Im Februar 2019 fiel die Entscheidung nach einem packenden Spiel erst im Elfmeterschießen. Während Paco Alcácer und Maximilian Philipp für den BVB verschossen, verwandelten sämtliche Bremer Schützen ihre Versuche. Auch 2020 zog Dortmund gegen Werder den Kürzeren: Eine 2:3-Niederlage in Bremen bedeutete erneut das Aus im Achtelfinale.
BVB muss aus dem Bundesliga-Duell lernen
Dass Werder auch in der Gegenwart zum Stolperstein werden kann, zeigte sich erst vor wenigen Wochen. Am 9. Oktober trafen beide Mannschaften in der Bundesliga aufeinander. Dortmund schien nach Treffern in der 80. und 85. Minute bereits auf der Siegerstraße, gab die Zwei-Tore-Führung jedoch noch aus der Hand. Bremen schlug in der Schlussphase zweimal zu und sicherte sich ein 2:2.
Vor allem gegen den kompakten Bremer Abwehrblock tat sich der BVB schwer. Trotz deutlicher Ballbesitzvorteile fehlten über weite Strecken die Ideen, um die Defensive dauerhaft auseinanderzuziehen. Im Pokal dürfte Werder erneut versuchen, Dortmund mit einer tiefen Staffelung und schnellen Gegenstößen zu überraschen.

Für Trainer Niko Kovac und seine Mannschaft kommt es deshalb darauf an, Lösungen gegen die Bremer Spielweise zu finden. Gleichzeitig darf die Konzentration nicht nachlassen, wenn Dortmund in Führung geht.
Wie gefährlich Werder in solchen Situationen werden kann, zeigte sich nicht nur im jüngsten Aufeinandertreffen in der Bundesliga. Bereits im August 2022 verspielte der BVB ebenfalls einen 2:0-Vorsprung und kassierte durch drei späte Gegentreffer sogar noch eine Niederlage.
Diesmal darf sich die Borussia keinen erneuten Einbruch erlauben. Nach dem Pokalsieg 2021 erreichte Dortmund nur noch einmal das Viertelfinale. Um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, muss der BVB den Bremen-Fluch endlich abschütteln. Ein erneutes Aus gegen den Pokalschreck von der Weser würde die Dortmunder Saisonziele früh empfindlich treffen.
