Als Spieler zählte Nils-Ole Book nicht zu den ganz Großen seiner Zunft. Als Manager aber hat er sich in seiner Zeit bei der SV Elversberg einen vorzüglichen Ruf erarbeitet, der ihm jetzt den Job bei Deutschlands Nr. 2 im Fußball, Borussia Dortmund, einbrachte. Die Süddeutsche Zeitung wirft einen ausführlichen Blick auf Books bisherige Entwicklung.
Zunächst einmal erfährt man, dass Nils-Ole Book bei seinem zweiten Vornamen gerufen wird. Erfolgt sind solche Rufe im beruflichen Kontext von Book bislang ausschließlich bei der SV Elversberg, für die er seit 2017 ununterbrochen arbeitete. Begonnen als Scout, war er dann lange Jahre für die Zusammenstellung des Kaders verantwortlich – unterstützt von einem einzigen weiteren Mitarbeiter in dieser Abteilung.
Dieser Umstand allein verdeutlicht schon die Größe des Sprungs, den Book mit seinem Wechsel zum BVB nun vollzieht, der somit erst seine zweite Station als für den Kader Verantwortlicher sein wird. Neben dem Fakt, dass allein auf die Südtribüne beim BVB etwa doppelt so viele Menschen passen (25.000), wie Elversberg Einwohner hat (13.000).
Dennoch führte vor allem die Arbeit von Nils-Ole Book diese kleine Gemeinde aus den Niederungen des Amateurfußballs in die Spitzengruppe der 2. Bundesliga. In der Vorsaison spielte die SV sogar die Relegation zur Bundesliga. Anschließend folgte ein branchenüblicher Aderlass im Team der Saarländer, inklusive des zu Werder Bremen wechselnden Horst Steffen. Doch dank des Geschicks von Nils-Ole Book spielt die SVE erneut ganz oben mit um den Aufstieg.

Beim BVB Treffer einer höheren Qualität erforderlich
Dabei darf sich Book Entdeckungen wie Nick Woltemade, Fisnik Asslani und zuletzt den in der sechsten Liga aufgetriebenen Younes Ebnoutalib gutschreiben. Für Letzteren hatte er 50.000 Euro überwiesen, um ihn jetzt für kolportierte acht Millionen zu Eintracht Frankfurt zu verkaufen. Wer glaubt, dass Book bisher mit dem Geld von Hauptsponsor Ursapharm um sich werfen konnte und deshalb so viele Erfolge verzeichnete, täuscht sich. Wie die SZ weiß, arbeitete er bislang mit dem viertkleinsten Etat der 2. Liga, ohne dass dies seiner Trefferquote einen Abbruch beschert hätte.
Nun also der Wechsel in eine völlig andere Dimension, zu Borussia Dortmund, von dem er Fan seit Kindesbeinen ist, wie Book in seiner ersten Pressekonferenz in Westfalen verriet. Beim BVB sei „die Führungsetage schon gefühlt größer (…) als die Elversberger Geschäftsstelle“ heißt es weiter im Text. Natürlich seien die Herausforderungen in Dortmund größer. Nun müsse Book sich auch in der neuen Liga beweisen, die inklusive Champions League eigentlich zwei über seiner bisherigen Aufgabe firmiert.
Hier würden von ihm Treffer der Marke Haaland, Dembelé und Bellingham (der Ältere) erwartet. Zudem weise der aktuelle Kader etliche Fragezeichen bei Verbleib oder Weggang auf. Und um die neue Dimension von Books Arbeit zu unterstreichen, greift die SZ noch einmal zu Zahlen. Allein für das brasilianische Talent Kauã Prates zahlte der BVB jetzt 12 Millionen Euro. Mehr als das doppelte als die 4,5 Millionen Euro, die Book bei Elversberg investieren konnte – in seiner gesamten Zeit dort.

