„Einmal Borusse – immer Borusse!“: BVB trauert um Stopper Wolfgang Paul

„Stopper“: Unter diesem Namen wird Wolfgang Paul für immer in den Herzen aller Borussen weiterleben. Nur ganz wenigen Spielern ist es vergönnt, so tief mit ihrer Rolle auf dem Rasen zu verwachsen, dass die Positionsbezeichnung zu einem ewigen Spitznamen und Ehrennamen wurde. Am 28. Juni ist Paul nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren gestorben.

Mit Paul verliert der BVB eine echte Identifikationsfigur, die den Verein über Jahrzehnte hinweg geprägt hat. Im Sommer 1961 wechselte der gebürtige Olsberger vom VfL Schwerte zu den Schwarz-Gelben. Zehn Jahre und 240 Spiele später beendete er seine aktive Karriere.

Höhepunkt seiner Laufbahn war der Europapokalsieg 1966. Im Finale gegen den FC Liverpool, das die Dortmunder mit 2:1 nach Verlängerung für sich entschieden, führte der Abwehr-Chef die Elf als Kapitän auf dem Platz. Er war damit der erste deutsche Fußballer, der jubelnd einen Europapokal in die Höhe streckte. Nach Pauls Tod leben aus der siegreichen Mannschaft nur noch zwei: Theo Redder (84) und Siggi Held (83).

1963 gewann Paul mit der Borussia zudem die Deutsche Meisterschaft, zwei Jahre später den DFB-Pokal. Der gebürtige Sauerländer gehörte dem DFB-Kader für die WM 1966, kam aber in England nicht zum Einsatz.

„Eine echte Legende“

„Diese Nachricht macht uns unendlich traurig. Wolfgang war bescheiden, bodenständig. Eine treue Seele. Eine ehrliche Haut. Ein ganz feiner Mensch. Eine BVB-Ikone. Wolfgang war mehr als ein Freund. Ich werde ihn sehr vermissen“, erklärt BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke (67) auf der Vereins-Website und führt ergänzend aus: „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, insbesondere bei seiner lieben Frau Almuth, die immer an seiner Seite war.“

Auch Carsten Cramer (57), Sprecher der Geschäftsführung, zeigt sich tief bewegt: „Wolfgang Paul verkörperte Borussia Dortmund wie kaum ein anderer. Eine echte Legende und ein außergewöhnlicher Mensch, den wir alle in unser Herz geschlossen haben und entsprechend vermissen werden.“

Wolfgang Paul und Siggi Held
Foto: Getty Images

„Durch sein sympathisches und faires Auftreten auf dem Platz und außerhalb des Spielfeldes war er ein großes Vorbild für mehr als eine Generation“, teilt der Verein mit. „Er lebte das Motto „einmal Borusse – immer Borusse!“

Paul hinterlässt neben seiner Frau Almuth die beiden Töchter Andel und Carde sowie die Enkel Ruby, Phil, Eike und Jasper.

THemen
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