Nach dem Transfersommer hat Jürgen Klopp beim BVB nur noch wenige Optionen für die Nationalmannschaft. Dortmunds neuer Kurs auf dem Transfermarkt könnte den DFB-Block weiter schrumpfen lassen.
Beim FC Bayern kann Jürgen Klopp für die Nationalmannschaft aus dem Vollen schöpfen. Gleich mehrere deutsche Spieler des Rekordmeisters dürfen sich Hoffnungen auf eine Berufung machen. Bei Borussia Dortmund sieht die Situation dagegen völlig anders aus – und daran dürfte sich vorerst wenig ändern.
Denn der BVB hat seinen Kader in diesem Sommer kräftig umgebaut, ohne dabei einen einzigen deutschen Profi zu verpflichten. Mehr als 100 Millionen Euro flossen insgesamt in sieben Neuzugänge. Sie stammen aus Griechenland, den Niederlanden, Frankreich, Brasilien, Ecuador und England. Für Klopps Planungen als Bundestrainer bringt die Dortmunder Einkaufstour deshalb keinen zusätzlichen Kandidaten.
Sein Kreis beim BVB beschränkt sich laut BILD aktuell im Wesentlichen auf vier Namen: Felix Nmecha, Waldemar Anton, Maximilian Beier und Nico Schlotterbeck. Letzterer arbeitet nach seinem Bänderriss allerdings noch an seiner Rückkehr. Bei der vergangenen Weltmeisterschaft gehörten aus dieser Gruppe vor allem Nmecha und Schlotterbeck zum Stammpersonal.
BVB ändert Transferstrategie: Das sind die Folgen für Klopp
Bemerkenswert ist die Entwicklung auch deshalb, weil Dortmund in der Vergangenheit regelmäßig deutsche Nationalspieler oder potenzielle DFB-Kandidaten wie Niclas Füllkrug oder Pascal Groß unter Vertrag genommen hatte. Inzwischen verfolgt der Klub unter dem neuen Sportdirektor Ole Book andere Prioritäten. Junge Spieler aus dem Ausland bieten aus Dortmunder Sicht oftmals größere Chancen auf sportliche Entwicklung und eine spätere Wertsteigerung.

Hinzu kommt der finanzielle Faktor. Etablierte deutsche Spieler sind auf dem Transfermarkt für den BVB teilweise nur schwer zu finanzieren. Bayern konnte beispielsweise für Nathaniel Brown rund 50 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt zahlen. Dortmund hatte sich dagegen auch aus dem Werben um Said El Mala zurückgezogen, nachdem der 1. FC Köln eine hohe Ablöse aufgerufen hatte.
Für Klopp entsteht dadurch eine ungewöhnliche Konstellation. Obwohl er laut BILD weiterhin einen engen Austausch mit seinem früheren Verein und auch Trainer Niko Kovac pflegt, findet er dort momentan nur wenige Kandidaten für seine Nationalmannschaft. Der BVB setzt bei seiner Kaderplanung verstärkt auf internationale Talente – und der Bundestrainer muss sich für zusätzliche deutsche Optionen vorerst bei anderen Klubs umsehen.

