Wer wird der Golden-Boy? Zwei BVB-Talente im Rennen

Marcel Groß

Borussia Dortmund darf auf die nächste große Nachwuchs-Auszeichnung hoffen. Gleich zwei BVB-Profis gehören 2026 zum exklusiven Kreis der 25 Golden-Boy-Finalisten.

Borussia Dortmund hat beim Golden Boy bereits eine erfolgreiche Geschichte geschrieben. Nun bekommen Konstantinos Karetsas und Joane Gadou die Chance, diese fortzusetzen. Beide BVB-Talente stehen unter den letzten 25 Kandidaten für die prestigeträchtige Auszeichnung der italienischen Sportzeitung „Tuttosport“. Am Montag präsentierten die Veranstalter in Venedig die verbliebenen Anwärter. Anfang Dezember fällt schließlich in Turin die Entscheidung darüber, welcher Nachwuchsspieler den Golden Boy 2026 gewinnt. Eine Jury aus 50 europäischen Journalisten bestimmt den Sieger.

Für Konstantinos Karetsas und Joane Gadou bedeutet bereits der Einzug in die Top 25 eine besondere Anerkennung. Der Grieche Konstantinos Karetsas und der Franzose Joane Gadou vertreten Borussia Dortmund in einem Feld, in dem zahlreiche der größten Nachwuchstalente Europas stehen.

Als einer der Favoriten auf den Titel gilt Pau Cubarsi. Der 19 Jahre alte Spanier spielt beim FC Barcelona eine wichtige Rolle in der Innenverteidigung und gehört inzwischen auch in der spanischen Nationalmannschaft zu den bekannten jungen Spielern. Daneben kämpfen weitere prominente Talente um die Auszeichnung. Ayyoub Bouaddi von Manchester City gehört ebenso zu den Finalisten wie Warren Zaire-Emery von Paris Saint-Germain. Auch zwei Spieler mit Bundesliga-Vergangenheit schafften es unter die letzten 25. Luka Vuskovic spielte zuvor beim Hamburger SV und steht inzwischen bei Brighton unter Vertrag. Yan Diomande lief einst für RB Leipzig auf und wechselte anschließend zu Real Madrid.

Die Konkurrenz für Konstantinos Karetsas und Joane Gadou fällt damit hochkarätig aus. Trotzdem besitzt Borussia Dortmund gleich zwei Chancen darauf, Anfang Dezember einen weiteren Golden-Boy-Sieger zu stellen. Die Bundesliga stellt neben dem Dortmunder Duo weitere Kandidaten. Gleich drei deutsche Nachwuchsspieler stehen auf der Liste der 25 Finalisten. Lennart Karl vom FC Bayern München darf sich Hoffnungen auf die Auszeichnung machen. Dazu kommt Said El Mala vom 1. FC Köln, der bereits sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft gefeiert hat. Finn Jeltsch vom VfB Stuttgart komplettiert das deutsche Trio. Bundestrainer Jürgen Klopp nominierte Finn Jeltsch erstmals für die Nationalmannschaft. Damit befinden sich mehrere Spieler aus der Bundesliga im internationalen Rennen um einen der bekanntesten Nachwuchspreise des Fußballs. Konstantinos Karetsas und Joane Gadou sorgen gleichzeitig dafür, dass Borussia Dortmund doppelt vertreten ist.

Die Geschichte des Golden Boy zeigt, welche Bedeutung die Auszeichnung besitzt. „Tuttosport“ vergibt den Preis seit 2003 an herausragende Nachwuchsfußballer aus Europa. Rafael van der Vaart gewann die erste Wahl. Seitdem landete der Preis regelmäßig bei Spielern, die später zu den größten Namen ihrer Generation gehörten. Wayne Rooney gewann 2004, ein Jahr später folgte Lionel Messi. Sergio Agüero setzte sich 2007 durch, Paul Pogba holte die Auszeichnung 2013 und Kylian Mbappé gewann 2017.

Auch in den vergangenen Jahren gingen mehrere spätere oder bereits etablierte Weltstars als Sieger hervor. Lamine Yamal gewann 2024. Desiré Doué sicherte sich den Titel 2025. Für Lamine Yamal kommt eine erfolgreiche Titelverteidigung nicht infrage. Die Regeln erlauben jedem Spieler nur einen Golden-Boy-Sieg. Der Spanier hat seine Auszeichnung bereits gewonnen und kann deshalb 2026 nicht erneut triumphieren.

Bereits drei BVB-Stars konnten den Golden-Boy-Award gewinnen

Für Borussia Dortmund wäre ein Erfolg keineswegs eine Premiere. Drei Spieler gewannen während ihrer Zeit beim BVB bereits den Golden Boy. Den Anfang machte Mario Götze. Das Dortmunder Eigengewächs erhielt die Auszeichnung 2011 und schrieb damit als erster BVB-Profi Golden-Boy-Geschichte. Neun Jahre später folgte Erling Haaland. Der norwegische Stürmer setzte sich 2020 gegen die internationale Konkurrenz durch. Erling Haaland hatte sich damals längst mit seinen Toren für Borussia Dortmund einen Namen in Europa gemacht.

Erling Haaland
Foto: Getty Images

2023 gelang dem nächsten Dortmunder der Sprung an die Spitze. Jude Bellingham gewann die Auszeichnung und setzte damit die erfolgreiche BVB-Serie fort. In diesem Jahr sicherte sich Jude Bellingham sogar beide Preise. Neben der Entscheidung der Fachjury gewann der Engländer auch die parallel ausgetragene Fan-Wahl zum „Golden Boy Web“. Für Borussia Dortmund steht unabhängig vom Ausgang bereits fest: Der Klub gehört auch 2026 zu den Vereinen, die mit jungen Spielern international auf sich aufmerksam machen. Anfang Dezember zeigt sich in Turin, ob einer von ihnen sogar den letzten Schritt schafft. Sollte Konstantinos Karetsas oder Joane Gadou den Golden Boy gewinnen, würde er sich in eine besondere Dortmunder Reihe eintragen – neben Mario Götze, Erling Haaland und Jude Bellingham.

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