Meisterschaften, Pokaltriumphe, Länderspiele – und dennoch ohne Vertrag. Die Liste der Profis ohne Klub ist lang und prominent besetzt. Für den Ex-BVB-Profi Raphael Guerreiro (32) glimmt zumindest ein Hoffnungsschimmer.
In der Bundesliga bestritt der Portugiese insgesamt 223 Partien für Borussia Dortmund und den FC Bayern München. Seine 89 Torbeteiligungen können sich durchaus sehen lassen. In der Champions League lief der Linksverteidiger 63-mal für beide Klubs auf und sammelte dabei 17 Scorerpunkte.
Guerreiro absolvierte zudem 65 Länderspiele. Höhepunkt dürfte zweifellos der Gewinn der Europameisterschaft 2016 gewesen sein. Im Finale gegen Frankreich (1:0 nach Verlängerung) stand er die vollen 90 Minuten auf dem Rasen des Pariser Stade de France.
Trotz aller Meriten, die sich der Linksfuß im Laufe seiner langen Karriere erworben hat, ist er seit seinem Aus im vergangenen Sommer in München ohne Verein. Einem Bericht von Calciomercato zufolge beschäftigt sich die AC Mailand mit der Verpflichtung des ehemaligen Bundesliga-Profis. Die Italiener sind aufgrund der langfristigen Verletzungen von Alexis Saelemaekers (27) und Pervis Estupiñán (28) zum Handeln gezwungen und suchen dringend nach Alternativen.
Europameister zum Nulltarif
Der Portugiese, der im vergangenen Transfersommer bereits ein Thema bei der AS Rom war, steht nun zusammen mit Real-Madrid-Ikone Dani Carvajal (34) ganz weit oben auf dem Mailänder Wunschzettel. Zwei gewichtige Argumente sprechen klar für Guerreiro. Aufgrund seiner Vereinslosigkeit ist er ab sofort zum Nulltarif zu haben und besticht zudem durch seine enorme taktische Flexibilität auf dem Platz. Beim BVB war er meist als Linksverteidiger oder auf dem linken Flügel gesetzt. Dagegen schlüpfte er bei den Bayern häufig in die Rolle eines zentralen Mittelfeldspielers.

Schon im vergangenen Sommer wurde Guerreiro den Rossoneri angeboten. Damals lehnte der Klub wegen zu hoher Gehaltsansprüche und Fitnessbedenken ab. Doch die schweren Verletzungen im Kader könnten den Transferpoker jetzt neu entfachen.
