Borussia Dortmund sah wie der sichere Sieger aus. Svensson in der 80. Minute und Schlotterbeck (85.) hatten den BVB gegen Werder Bremen spät mit 2:0 in Führung geschossen. Doch Reis (88.), und Füllkrug (90.+2) entrissen den Gastgebern beim 2:2 (0:0) noch den Sieg.
Nach dem knappen 1:0-Erfolg in Stuttgart baute BVB-Coach Kovac seine Startelf auf zwei Positionen um. Da Ryerson mit einer Rippenverletzung ausfiel und Veerman auf die Bank rückte, erhielten Bellingham und Sabitzer das Vertrauen von Anfang an. Schlotterbeck hatte seine Blessur am Sprunggelenk rechtzeitig auskuriert. Ebenfalls wieder einsatzfähig präsentierten sich Svensson und Karetsas, wenngleich Letzterer das Spiel zunächst von der Bank aus verfolgte.
Die Gäste lauerten erst einmal tief stehend abwartend in der Defensive. Der BVB übernahm sofort die Spielkontrolle, fand aber gegen die dicht gestaffelte Bremer Abwehr kein Durchkommen. Um die gegnerische Verteidigung auszuhebeln, agierten die Schwarz-Gelben aber auch zu langsam.
Da Werder nur kurze Ballbesitzphasen hatte, blieben die Hausherren dominant. Eine Torchance ergab sich jedoch trotz fast 75 Prozent Ballbesitz lange Zeit nicht.
Gefährlich wurde es dann doch einmal – allerdings vor dem Kasten von Kobel. Reis setzte sich in der 37. Minute auf dem rechten Flügel erfolgreich durch und visierte von der Strafraumkante das lange Eck an. Der Flachschuss rauschte nur um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei.
Kurz vor dem Pausenpfiff setzte sich auch der BVB endlich einmal durch. Zunächst sauste ein Freistoß von Sabitzer aus 30 Metern nur knapp am Tor vorbei (39.). Dann hatte Beier die 1:0-Führung auf dem Fuß, scheiterte jedoch an einer Blitzreaktion Heins, der seine Hand ausfuhr und den Ball abwehrte (43.).
In der Schlussphase wird es turbulent
Im zweiten Durchgang verschwendeten die Hausherren keine Zeit. und legten los wie die Feuerwehr. Chancen erspielten sie sich nun fast im Minutentakt. Nwaneri (49., 53., 61.) scheiterte gleich dreimal in aussichtsreicher Position. Auf der Gegenseite tankte sich Füllkrug durch, konnte sich aber gegen Kobel nicht durchsetzen, der seinen Fuß rechtzeitig ausfuhr (54.).
In der 62. Minute gelang es Nwaneri endlich, Hein zu überwinden. Per Fallrückzieher und mithilfe des rechten Pfostens beförderte er die Kugel sehenswert in die Maschen. Schiedsrichter Dingert besaß jedoch Einwände und verweigerte dem Treffer die Anerkennung. Im Vorfeld hatte er ein Foul von Anton an Füllkrug gesehen.
Dortmund blieb das deutlich aktivere Team. Bremen verteidigte allerdings sehr gut im tiefen Block. Kam doch einmal ein Ball durch, stand Hein im Weg – so auch bei einem Schuss von Gadou (78.).
In der 80. Minute musste sich aber auch der starke Werder-Schlussmann geschlagen geben. Guirassy eroberte einen langen Ball von Karetsas und passte auf Fábio Silva. Der Portugiese traf zwar den Ball nicht richtig, legte dabei aber wohl eher unfreiwillig für Svensson auf, der den Ball im Fallen aus sieben Metern zum 1:0 im Tor unterbrachte.

Nur fünf Minuten später stellten die Schwarz-Gelben auf 2:0. Einen Eckstoß von Veerman beförderte Schlotterbeck per Kopf ins Tor. Wer glaubte, dies sei die Vorentscheidung, sah sich jedoch getäuscht. Der BVB leistete sich einen dicken Patzer im Aufbauspiel. Wojcik schaltete blitzschnell und bediente Reis vor dem Sechzehner. Der fackelte nicht lange, zog sofort ab und versenkte die Kugel unhaltbar für Kobel links unten zum 1:2 (88.).
Die Gäste von der Weser warfen nun alles nach vorne – und belohnten sich selbst. Ausgerechnet Füllkrug war es, der einen Freistoß von Grüll freistehend zum 2:2-Endstand einnetzte (90.+2).
Fazit: Dortmund gab im ersten Durchgang mit viel Ballbesitz den Ton an, ließ aber die nötige Durchschlagskraft über weite Strecken vermissen. Die Chance von Reis weckte den BVB auf, der durch Sabitzer und Beier ebenfalls für Gefahr sorgte. Das erlösende 2:0 durch Schlotterbeck schien die Vorentscheidung zu bringen. Werder Bremen steckte jedoch keineswegs auf. Mit einer Energieleistung kämpften sich die Gäste zurück und glichen mit einem späten Doppelschlag die Partie sensationell noch aus.
Dortmund: Kobel – Gadou, Anton, Schlotterbeck – Beier, Bellingham (72. Veerman), Nmecha, Svensson – Nwaneri (63. Fábio Silva), Sabitzer (72 Karetsas) – Guirassy
Bremen: Hein – Arthur (65. Weiser), Pieper (19. Wojcik), Friedl, Deman – Regeer (65. Stalmach), Chuki (81. Erevbenagie), Reis – Dinkci (81. Schmetgens), Grüll – Füllkrug
Tore: 1:0 Svensson (80.), 2:0 Schlotterbeck (85.), 2:1 Reis (88.), 2:2 Füllkrug (90.+2)
