Nur unter einer ganz bestimmten Voraussetzung öffnet sich für einen polnischen Youngster offenbar die Tür nach Dortmund – ohne diese Bedingung bleibt die Personalie vorerst Theorie.
Borussia Dortmund wird Marcel Regula nur dann verpflichten, wenn zuvor Luca Reggiani den Verein verlässt. Das berichten die „Ruhr Nachrichten„. Hintergrund dieser Abhängigkeit ist die zunehmend angespannte Konkurrenzsituation in der Dortmunder Innenverteidigung. Mit dem Wechsel von Joane Gadou hat sich der Wettbewerb um einen Platz in der Abwehr für Luca Reggiani nochmals deutlich verschärft. Hinzu kommt, dass Filippo Mane intern bereits vor Luca Reggiani in der internen Hackordnung geführt wird.
Diese sportliche Gemengelage macht einen Abschied des 18-jährigen Italieners schon im Winter durchaus plausibel. Besonders brisant: Erst im vergangenen Sommer hatte Luca Reggiani ein konkretes Angebot aus England ausgeschlagen. Genau diese Entscheidung dürfte nun rückblickend Folgen haben, denn ein Winterwechsel gilt bei Borussia Dortmund offenbar als direkte Voraussetzung dafür, überhaupt den nächsten Schritt in Richtung Marcel Regula zu gehen. Der BVB zeigt sich an einem Abgang des Innenverteidigers daher durchaus interessiert, auch um finanziellen Spielraum für die Verpflichtung des polnischen Offensivspielers zu schaffen.
Wie konkret das Interesse an Marcel Regula tatsächlich ist, bestätigte zuletzt auch Sportdirektor Ole Book gegenüber „Sky“. Zu einzelnen Spielernamen anderer Vereine wollte er sich zwar nicht direkt äußern: „Wir halten es so wie wir es auch im Sommer gemacht haben.“ Gleichzeitig ließ er aber durchblicken, dass der Klub den Transfermarkt aufmerksam beobachtet: „Dass man da hin und wieder auch mal ein Gespräch führt und Kontakte hält.“ Eine direkte Bestätigung für einen einzelnen Namen vermied er dabei bewusst: „Aber nicht auf einen einzelnen Spieler bezogen, sondern ganz allgemein.“
Trotz dieser zurückhaltenden Wortwahl verliert Borussia Dortmund die Personalie um Marcel Regula keineswegs aus den Augen. Laut „Sky“ soll Zagłębie Lubin für den 19-Jährigen eine Ablösesumme von rund sieben Millionen Euro aufrufen. Kontakt zwischen beiden Parteien soll weiterhin bestehen. Marcel Regula zählt längst zu den größten Talenten des polnischen Fußballs, auch der 1. FC Köln hatte im vergangenen Sommer ein Auge auf ihn geworfen. Am Ende blieb der Offensivspieler jedoch bei seinem aktuellen Klub, wo sein Vertrag noch bis 2028 läuft.
BVB-Transfer von Marcel Regula scheiterte am Deadline-Day
Wie ernst es dem BVB mit einer Verpflichtung bereits im vergangenen Sommer war, zeigte sich eindrucksvoll rund um den damaligen Deadline-Day. Als sich Giannis Konstantelias kurz vor Ende des Transferfensters schwer verletzte, geriet die komplette Kaderplanung der Dortmunder durcheinander. Während unklar blieb, ob der FC Arsenal einer Leihe von Ethan Nwaneri zustimmen würde, hielten die Verantwortlichen parallel Kontakt zu Marcel Regula und schickten sogar ein Flugzeug nach Polen, um ihn im Bedarfsfall schnellstmöglich zum BVB zu holen. Erst in letzter Minute entschied sich der Klub aus finanziellen Gründen für die Leihe von Ethan Nwaneri statt für eine Verpflichtung des Polen.
Dass das Thema im Winter nun erneut aufkommt, hat auch einen klaren sportlichen Hintergrund abseits der Personalie Reggiani. Seit dem bislang unersetzten Abgang von Yan Couto ist der Kader auf den Außenbahnen eher schmal besetzt, zusätzliche Brisanz erhielt die Situation durch die angeschlagene Auswechslung von Julian Ryerson im Nationalmannschafts-Duell gegen Portugal. Genau hier könnte Marcel Regula künftig aushelfen: Eigentlich als zentraler offensiver Mittelfeldspieler zu Hause, kann der Pole auch auf beiden Flügeln sowie als zweite Spitze auflaufen – eine Vielseitigkeit, die ihn für den BVB besonders interessant macht.
Auch international hat sich Marcel Regula inzwischen einen Namen gemacht. Am 2. Oktober feierte er beim 6:0-Erfolg Polens gegen Rumänien sein Debüt für die A-Nationalmannschaft, als er in der 71. Minute für Sebastian Szymański eingewechselt wurde. Diese Entwicklung dürfte das Interesse weiterer europäischer Klubs an dem Youngster in den kommenden Monaten eher noch verstärken als abschwächen.

Für Luca Reggiani bedeutet die aktuelle Konstellation vor allem eines: Seine sportliche Zukunft bei Borussia Dortmund hängt inzwischen nicht mehr nur von seiner eigenen Leistung ab, sondern auch von der Personalplanung des gesamten Abwehrbereichs. Mit Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton und nun auch Joane Gadou sowie Filippo Mane vor ihm in der internen Rangordnung bleibt dem jungen Italiener kaum noch Spielraum, sich im BVB-Kader durchzusetzen. Ein Wechsel im Winter, möglicherweise sogar zurück nach England, erscheint vor diesem Hintergrund als naheliegende Option für alle Beteiligten.
Zieht man sämtliche Fäden dieser Personalie zusammen, ergibt sich ein klares Bild: Sowohl der Wunsch von Marcel Regula nach einem Wechsel zum BVB als auch das grundsätzliche Interesse der Dortmunder stehen fest. Die entscheidende Variable bleibt jedoch Luca Reggiani. Erst wenn sich für den Innenverteidiger ein passender neuer Klub findet und ein Abgang tatsächlich vollzogen wird, dürfte Borussia Dortmund den nächsten konkreten Schritt in Richtung einer Verpflichtung von Marcel Regula gehen. Bis dahin bleibt die gesamte Transferkette an eine einzige Bedingung geknüpft – und somit vorerst Zukunftsmusik.
