Borussia Dortmund müsste für Nicolò Tresoldi tief in die Tasche greifen. Club Brügge verlangt offenbar eine gewaltige Ablöse für den begehrten Angreifer.
Borussia Dortmund müsste für eine Verpflichtung von Nicolò Tresoldi offenbar bis zu 60 Millionen Euro bezahlen. Der belgische Spitzenklub Club Brügge möchte seinen Torjäger nur für eine enorme Ablösesumme ziehen lassen. Das berichtet der italienische Transferexperte Nicolò Schira auf der Plattform X. Für den BVB könnte sich ein möglicher Transfer damit als äußerst schwierig erweisen. Schließlich beschäftigen sich neben den Schwarz-Gelben auch mehrere europäische Spitzenvereine mit dem 22-Jährigen. Besonders seine jüngsten Auftritte in der Champions League dürften das Interesse zusätzlich verstärkt haben.
Dabei zeigte Club Brügge bereits im vergangenen Sommer, dass der Verein seinen Angreifer keineswegs günstig abgeben möchte. Die AS Rom versuchte damals offenbar, Nicolò Tresoldi nach Italien zu holen. Der Hauptstadtklub legte nach Informationen von Nicolò Schira ein offizielles Angebot über 30 Millionen Euro vor. Weitere fünf Millionen Euro hätten durch mögliche Bonuszahlungen hinzukommen können. Doch selbst eine Gesamtsumme von 35 Millionen Euro reichte den Verantwortlichen aus Brügge nicht aus. Die Belgier lehnten den Vorstoß ab und hielten an ihrem Stürmer fest. Mittlerweile sollen sie sogar 60 Millionen Euro verlangen. Damit müsste Borussia Dortmund deutlich mehr investieren, als die Römer noch vor wenigen Monaten geboten hatten.
BVB müsste für Nicolò Tresoldi 60 Millionen Euro zahlen
Die hohe Ablöseforderung verdeutlicht, welchen Stellenwert Nicolò Tresoldi inzwischen bei Club Brügge besitzt. Erst im Sommer 2025 wechselte der Angreifer von Hannover 96 nach Belgien. Damals zahlte sein neuer Verein rund 7,5 Millionen Euro für den Nachwuchsstürmer. Inzwischen hat sich sein Wert erheblich gesteigert. Das Portal „Transfermarkt“ beziffert seinen Marktwert auf 35 Millionen Euro. Club Brügge fordert demnach allerdings noch einmal 25 Millionen Euro mehr. Sollte tatsächlich ein Verein diese Summe bezahlen, könnten die Belgier innerhalb kurzer Zeit einen enormen Gewinn erzielen. Der Vertrag des 22-Jährigen läuft noch bis zum Sommer 2029, weshalb Club Brügge bei möglichen Verhandlungen keinen unmittelbaren Verkaufsdruck verspürt.
Für Borussia Dortmund stellt sich deshalb die Frage, ob eine Verpflichtung unter diesen Voraussetzungen überhaupt infrage kommt. Eine Ablösesumme von 60 Millionen Euro wäre selbst für den Bundesligisten eine außergewöhnlich hohe Investition und zugleich der Rekordtransfer. Bisher zahlte der BVB nie mehr als 35 Millionen Euro für einen einzelnen Spieler. Dass die Dortmunder allerdings gewillt sind diese interne Grenze zu überschreiten, hat der vergangene Transfersommer gezeigt. Damals waren die Schwarz-Gelben dazu bereit an die 50 Millionen Euro für Said El Mala vom 1. FC Köln zu bezahlen. Der Wechsel scheiterte zwar, die Message bleibt allerdings klar.
Hinzu kommt die große Konkurrenz auf dem Transfermarkt. Bereits während der vergangenen Sommer-Transferperiode erkundigten sich offenbar zwei Vereine aus der englischen Premier League nach Nicolò Tresoldi. Auch RB Leipzig und der FC Barcelona sollen die Entwicklung des ehemaligen Hannoveraners verfolgen. Auch Atletico Madrid soll Interesse an dem Stürmer haben. Noch gibt es allerdings keine Hinweise darauf, dass Borussia Dortmund bereits ein konkretes Angebot abgegeben hat. Das Interesse bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Dortmunder tatsächlich einen Transfer vorbereiten. Das liegt auch an der Zukunftsplanung der BVB-Stürmer. Serhou Guirassy blieb nach einigen Wechselgerüchten in Dortmund und auch Fabio Silva hat den Klub nicht verlassen. Beide Angreifer überzeugen in der bisherigen Saison, sodass die BVB-Bosse nicht unzufrieden sein dürften. Sollten beide auch über den kommenden Sommer hinaus bei den Schwarz-Gelben bleiben wollen, wäre ein Transfer von Nicolo Tresoldi ohnehin unrealistisch.
Der hohe Preis dürfte zudem eng mit den jüngsten Leistungen des Stürmers zusammenhängen. Nicolò Tresoldi sorgte am Dienstagabend in der Champions League für großes Aufsehen. Beim überraschenden 4:3-Auswärtssieg von Club Brügge gegen Inter Mailand erzielte der Angreifer gleich drei Treffer und führte seine Mannschaft damit zu einem bemerkenswerten Erfolg. Anschließend erhielt der 22-Jährige die Auszeichnung als bester Spieler der Partie. Nach Angaben des Datenanbieters „Opta“ stellte Nicolò Tresoldi zudem einen besonderen Rekord auf. Mit 22 Jahren und 52 Tagen avancierte er zum jüngsten deutschen Spieler, dem jemals ein Dreierpack in der Champions League gelang. Solche Auftritte dürften seine Position auf dem Transfermarkt weiter stärken. Für interessierte Vereine könnte es dadurch noch schwieriger werden, Club Brügge von einem günstigeren Verkauf zu überzeugen.
Statt zum BVB: Nicolò Tresoldi träumt offenbar vom AC Mailand
Allerdings müsste Borussia Dortmund bei einem möglichen Transfer nicht nur die finanziellen Vorstellungen von Club Brügge erfüllen. Auch die persönlichen Wünsche des Angreifers könnten eine wichtige Rolle spielen. Erst kürzlich äußerte sich Emanuele Tresoldi, der Vater des Stürmers, gegenüber der italienischen Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“ zur Zukunft seines Sohnes. Dabei verriet er, für welchen Verein Nicolò Tresoldi besonders gerne spielen würde. „Sein Traum ist es, das Trikot der AC Milan zu tragen“, erklärte Emanuele Tresoldi. Damit scheint der Angreifer eine besondere Verbindung zum italienischen Traditionsklub zu besitzen. Ein Wechsel nach Dortmund wäre dadurch zwar keineswegs ausgeschlossen. Sollte allerdings auch der AC Mailand ernsthaft um den 22-Jährigen werben, könnte Borussia Dortmund zusätzliche Konkurrenz bekommen.
Die Vorliebe für Italien kommt nicht überraschend. Nicolò Tresoldi wurde auf Sardinien geboren und besitzt neben seinen deutschen Wurzeln auch einen engen Bezug zum italienischen Fußball. Sein Vater Emanuele Tresoldi spielte selbst professionell Fußball und gewann mit Italiens U21-Nationalmannschaft die Europameisterschaft. In Deutschland begann Nicolò Tresoldi dagegen seine sportliche Entwicklung bei Hannover 96. Dort durchlief er mehrere Nachwuchsmannschaften und schaffte schließlich den Sprung in den Profifußball. Seit seinem Wechsel nach Belgien hat der Angreifer den nächsten Schritt gemacht. Laut „BVBWLD“ erzielte er für Club Brügge bereits 29 Treffer in 68 Pflichtspielen. Seine Leistungen haben inzwischen zahlreiche Vereine auf ihn aufmerksam gemacht.
Neben seiner Vereinszukunft beschäftigt Nicolò Tresoldi derzeit auch eine andere wichtige Frage. Der Angreifer könnte auf internationaler Ebene sowohl für Deutschland als auch für Italien oder Argentinien auflaufen. Eine endgültige Entscheidung hat er bislang nicht getroffen. Nach seinem Dreierpack gegen Inter Mailand äußerte sich der Stürmer erneut zu diesem Thema. „Ich bin zufrieden mit meinem Weg in der deutschen Nationalmannschaft“, erklärte Nicolò Tresoldi. Gleichzeitig zeigte er sich angesichts der großen Konkurrenz zurückhaltend: „Es gibt viele Stürmer, die besser sind als ich – in Italien und auch in Deutschland.“ Der 22-Jährige möchte sich offenbar weiterhin alle Möglichkeiten offenhalten und seine sportliche Entwicklung zunächst in den Mittelpunkt stellen.
BVB-Flirt Nicolò Tresoldi bald in der deutschen Nationalmannschaft?
Dabei haben sich bereits prominente Trainer mit seiner Zukunft beschäftigt. „Ich habe mit Klopp und Mancini und den beiden Verbänden gesprochen“, verriet Nicolò Tresoldi. Gemeint sind Deutschlands Bundestrainer Jürgen Klopp und Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini. Beide Länder könnten für den Angreifer langfristig eine Option darstellen. Aktuell fühlt sich der ehemalige Hannoveraner allerdings im deutschen Nachwuchsbereich wohl. „Ich genieße die Zeit mit der deutschen U21“, betonte der Stürmer. Dort sammelte er bereits reichlich Erfahrung und überzeugte regelmäßig mit seinen Leistungen. Nach Angaben von „BVBWLD“ stehen für Nicolò Tresoldi bislang 27 Einsätze und 16 Treffer in der deutschen U21-Nationalmannschaft zu Buche.

Ein besonderes Ziel verfolgt der Angreifer zudem mit Blick auf die kommende Europameisterschaft. „Mein Vater hat mit Italien die U21-EM gewonnen, jetzt möchte ich diesen Titel auch gewinnen“, erklärte Nicolò Tresoldi. Das Turnier findet im Sommer 2027 statt. Deshalb könnte sich der Stürmer mit einer endgültigen Entscheidung über seine internationale Zukunft noch etwas Zeit lassen. Für Borussia Dortmund dürfte diese Frage bei einem möglichen Transfer allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielen. Entscheidend wäre vielmehr, ob sich der BVB mit Club Brügge auf eine Ablösesumme einigen könnte und ob Nicolò Tresoldi selbst einen Wechsel nach Dortmund anstrebt.
Bislang deutet jedoch wenig darauf hin, dass eine schnelle Einigung bevorsteht. Die Belgier besitzen einen langfristigen Vertrag mit ihrem Torjäger und können angesichts der zahlreichen Interessenten auf eine hohe Ablöse hoffen. Gleichzeitig dürfte der jüngste Dreierpack gegen Inter Mailand das Selbstvertrauen von Nicolò Tresoldi weiter gestärkt haben. Für Borussia Dortmund könnte sich das Interesse an dem 22-Jährigen deshalb zu einer kostspieligen Angelegenheit entwickeln. Während zuletzt auch Ablösesummen von bis zu 50 Millionen Euro im Raum standen, soll Club Brügge mittlerweile sogar 60 Millionen Euro fordern. Ob die Schwarz-Gelben bereit wären, eine solche Summe zu investieren, bleibt offen. Fest steht allerdings: Sollte Borussia Dortmund Nicolò Tresoldi tatsächlich verpflichten wollen, müssten die Verantwortlichen tief in die Tasche greifen.
