Manchmal gerät das Spiel auf dem Rasen fast zur Nebensache. Es gibt Auswärtsreisen, bei denen allein die Kulisse für Gänsehaut sorgt. Gazzetta dello Sport riskiert einen Blick auf die zehn Stadien weltweit, in denen Gastmannschaften die wohl feindseligste und einschüchterndste Atmosphäre der Fußballwelt erwartet.
Der Journalist Massimo Oriani, der seit 1997 für die renommierte italienische Sportzeitung tätig ist, hat sich an einem Ranking versucht. Der Signal Iduna Park bzw. das Westfalenstadion fand ebenfalls Berücksichtigung.
Auf Rang zehn positioniert Oriani das Stadion Maksimir von Dinamo Zagreb. Besonders die extrem aggressiven Ultras, die „Bad Blue Boys“, halten eine einschüchternde Atmosphäre aufrecht.
Rang neun gebührt dem Wojska Polskiego, in dem Legia Warschau seine Heimspiele austrägt. Die leidenschaftliche Fangemeinde neigt zu Gewaltausbrüchen und rassistischen Schmähungen.
Im Cairo International Stadium tragen die Lokalrivalen Al Ahly und Zamalek ihre Begegnungen aus. Die Atmosphäre habe zwar aufgrund von Einschränkungen bei der Zuschauerzahl nachgelassen, doch für Platz acht reicht es immer noch.
Siebter ist das Stade Mohammed V in Casablanca. Besonders die Derbys zwischen Raja und Wydad sorgen für leidenschaftliche Stimmung. Die dortigen Ultra-Gruppierungen – die „Green Boys“ und die „Eagles“ – gelten weltweit als zwei der extremsten und leidenschaftlichsten Fanszenen.
Bushwackers und Marakana
Auf Rang sechs hat es das Westfalenstadion geschafft. Besonders hervor hebt Oriani die „Gelbe Wand“ auf der Südtribüne, an der schon so mancher Gegner zerschellt sei. Einen ganz besonderen Ruf „genossen“ einst die Hooligans der Millwall Bushwackers. Obgleich gemäßigt, reicht es für The Den des FC Millwall immer noch zu Platz fünf. Der Rams Park von Galatasaray Istanbul auf dem vierten Platz ist für seine feurige Atmosphäre bekannt. Vor allem, wenn das Duell mit Fenerbahce ansteht.
Auf dem Bronzerang liegt das Rotterdamer De Kuip. Auf den steilen Zuschauerrängen sorgt „Het Legioen“ (Die Legion), wie die treuen Fans von Feyenoord genannt werden, mit permanentem Gesang für eine beeindruckende Kulisse.

An das Belgrader Marakana geht der Vize-Titel. Das Derby zwischen Roter Stern und Partizan Belgrad ist in Europa in puncto Feindseligkeit und vor allem Gewalt beispiellos.
La Bombonera in Buenos Aires sei „zweifellos das Stadion, in dem es vor allem darum geht, unversehrt wieder herauszukommen“, meint Oriani. „49.000 Zuschauer, so steile Tribünen, dass einem schwindlig wird, und eine Atmosphäre, die man getrost als feindselig bezeichnen kann.“ Und wenn dann noch das Derby von Boca Juniors gegen River Plate stattfindet, „verwandelt es sich in die Hölle“, begründet der Journalist seine Wahl.
