Borussia Dortmund könnte bei Serhou Guirassy einen neuen Weg einschlagen. Statt den Stürmer im kommenden Sommer möglicherweise abzugeben und einen jüngeren Nachfolger zu verpflichten, planen die Verantwortlichen offenbar eine langfristige Zusammenarbeit. Dabei dienen zwei prominente Angreifer als Beispiele: Harry Kane und Robert Lewandowski.
Wie die BILD berichtet, beschäftigt sich der BVB mit einer Vertragsverlängerung über 2028 hinaus. Die Entwicklung kommt durchaus überraschend. In den vergangenen Transferperioden hatte Guirassy noch Ausstiegsklauseln für ausgewählte Topklubs in seinem Vertrag stehen. Zudem war immer wieder über eine Verjüngung im Dortmunder Sturmzentrum spekuliert worden.
Inzwischen hat sich die Ausgangslage jedoch verändert. Der 30-Jährige präsentiert sich wieder in starker Verfassung und ist für die Offensive der Schwarz-Gelben ein wichtiger Faktor.
In 13 Pflichtspielen der laufenden Saison kommt Guirassy auf acht Tore und zwei Vorlagen. Seit Beginn der Spielzeit 2024/25 haben in der Champions League lediglich Harry Kane und Kylian Mbappé häufiger getroffen als der Dortmunder.
Kane und Lewandowski als Argumente für Guirassy
Die BVB-Bosse sollen erkannt haben, dass Top-Stürmer auch jenseits der 30 noch auf höchstem Niveau spielen und sich sogar weiterentwickeln können. Kane ist dafür ein aktuelles Beispiel. Der Engländer gewann jüngst im Alter von 33 Jahren den Ballon d’Or. Am Donnerstag machte der FC Bayern zudem offiziell, dass der Torjäger seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2029 verlängert hat.
Auch ein früherer Bundesliga-Star passt in dieses Bild: Robert Lewandowski ist inzwischen 38 Jahre alt und steht weiterhin bei Chicago Fire unter Vertrag. Zuvor ging der Pole auch bis ins hohe Fußballer-Alter für den FC Barcelona auf Torejagd. Im Sommer folgte dann der Wechsel in die USA.
Die Dortmunder Verantwortlichen könnten daraus den Schluss ziehen, dass Erfahrung und Spielintelligenz im fortgeschrittenen Fußballeralter sogar zusätzliche Vorteile bringen.
Einen passenden Gedanken dazu formulierte Jürgen Klopp während seiner Zeit als Trainer des FC Liverpool. „Der Leistungshöhepunkt liegt nicht zwangsläufig in der Mitte der Zwanziger“, erklärte der heutige Bundestrainer. Gerade Anfang und Mitte 30 könnten Spieler durch ihre Erfahrung Situationen besser einschätzen und dadurch sogar stärker werden als einige Jahre zuvor.
Verlängerung könnte wirtschaftlich sinnvoll sein
Neben den sportlichen Argumenten spielt auch die finanzielle Seite eine Rolle. Guirassy soll beim BVB derzeit mehr als neun Millionen Euro pro Jahr verdienen. Einen gleichwertigen Ersatz zu verpflichten, wäre vermutlich deutlich teurer, als eine Verlängerung mit Guirassy.

Auch Guirassy selbst scheint einem Verbleib nicht abgeneigt. Er soll sich in Dortmund wohlfühlen und hat innerhalb der Mannschaft unter anderem mit Joane Gadou und Fabio Silva neue Kontakte geknüpft. Zudem ist das Interesse internationaler Topklubs offenbar weniger konkret als noch in der Vergangenheit. Der einst lukrative Markt in Saudi-Arabien hat ebenfalls an Dynamik verloren.
Damit könnte aus der zwischenzeitlich infrage gestellten Zusammenarbeit eine längerfristige Perspektive werden. Der BVB setzt offenbar zunehmend darauf, dass Guirassy auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen kann.
