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Hinkt der BVB den eigenen Ansprüchen hinterher?

Lucien Favre
Foto: Jose Breton- Pics Action / Shutterstock.com

Nach dem 2:2-Unentschieden bei Eintracht Frankfurt ist die Stimmung beim BVB leicht angespannt. Ein Indiz dafür ist unter anderem das Verhalten von Kapitän Marco Reus, der nach dem Frankfurt-Spiel sehr dünnhäutig auf die alt bekannte Mentalitätsfrage reagierte. Die Verantwortlichen und Spieler werden aktuell von einer Frage eingeholt, die bereits in der Vorsaison des öfteren im Raum stand: Hinkt der BVB den eigenen Ansprüchen hinterher?



Acht Pflichtspiele hat Borussia Dortmund in der neuen Saison bis dato absolviert und auch wenn erste Zwischenfazit durchaus positiv ausfällt, scheint dennoch eine leichte Unzufriedenheit bei den Schwarz-Gelben vorhanden zu sein. Vor allem das 2:2-Unentschieden und die Reaktionen nach dem Spiel haben deutlich gezeigt, dass der BVB nach wie vor Mitten einer Entwicklungsphase steckt.

Der BVB und seine zwei Gesichter

Mit dem Gewinn des DFL Supercup hat man perfekten Start in die neue Saison hingelegt. Die beiden Auftaktsiege in der Fussball Bundesliga gegen Augsburg (5:1) und Köln (3:1) haben zudem Lust auf mehr gemacht. Doch bereits am 3. Spieltag kam der erste (herbe) Dämpfer für die Favre-Elf. Die vollkommen überraschende 1:3-Niederlage gegen Aufsteiger Union Berlin hat sowohl die BVB-Fans, als auch die Spieler und Verantwortlichen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

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Auffällig ist, wie schon in der Vorsaison, der BVB zeigt häufig zwei Gesichter. Gala-Vorstellungen gegen Leverkusen und den FC Barcelona wechseln sich mit schwachen Auftritten gegen Union Berlin und Eintracht Frankfurt ab. Vor allem auswärts haben Marco Reus & Co. bisher noch ihre Probleme. Die anhaltenden Leistungsschwankungen sogen bei den Verantwortlichen für miese Stimmung. Sportdirektor Michael Zorc konnte bzw. wollte seinen Frust nach dem Spiel gegen Frankfurt nicht verstecken: „So spielt keine Spitzenmannschaft. Wir müssen auswärts auch wieder zu den Leistungen finden, die wir im letzten Jahr gezeigt haben.“

Während Zorc die Mannschaft in die Pflicht nimmt, stellte sich Lucien Favre schützend vor sie: „Wenn eine Mannschaft so hart presst wie Frankfurt, brauchst du Ballsicherheit und hohes Tempo. Das fehlte bisweilen bei uns.“ Von einem Mentalitätsproblem wollte der Schweizer indes nichts wissen.

Die Fragen nach der Mentalität muss erlaubt sein

Mit seinem Wutausbruch im Interview bei Sky hat Kapitän Marco Reus deutlich gezeigt, dass nicht nur die Verantwortlichen unzufrieden sind mit den permanenten Leistungsschwankungen. Vor allem nach Spielen wie gegen Frankfurt müssen die Spieler Fragen nach der „Mentalität der Mannschaft“ aushalten. Der BVB hat im Sommer 137 Millionen Euro in neue Spieler investiert um die Schwächen und Probleme aus der Vorsaison zu „beseitigen“. Wenn diese dann dennoch in regelmäßigen Abständen wieder auftauchen, gilt es diese auch offen anzusprechen und nach den Gründen dafür zu fragen.

Hinkt der BVB den eigenen Ansprüchen hinterher? Diese Frage lässt sich zu diesem Zeitpunkt mit einem klaren „Jein“ beantworten. In der Bundesliga liegt man auf Rang 3 und hat lediglich drei Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze. Im Pokal hat man sich keine Blöße gegeben und auch in der Champions League ist das 0:0-Unentschieden gegen den FC Barcelona alles andere als ein Misserfolg. Dennoch sollte man die Warnzeichen aus den Spielen gegen Berlin und Frankfurt nicht ignorieren.

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