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Ranking: Kein Bundesligist setzt so konsequent auf Talente wie der BVB

Haaland und Hakimi
Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

In der Bundesliga setzt sich mittlerweile auch unter Spitzenmannschaften die Erkenntnis durch, dass sie nur mit herausragenden Talenten international auf Augenhöhe bleiben können. Zu finanzstark ist die Premier League, zu weit enteilt scheinen im internationalen Ansehen spanische Top-Klubs. Somit erfindet sich die Bundesliga auch in höchsten Tabellenregionen als Talentschmiede und Sprungbrett für die Weltstars von morgen. Über allen thront in der Bundesliga dabei der BVB.

Klubs, die mit der Prämisse gegen den Abstieg zu kämpfen in die Saison gestartet sind, wie Fortuna Düsseldorf (Anteil von Spielern unter 22 Jahren an der Gesamtspielzeit: 0,6 %) oder Union Berlin (0,1 %) oder klassische Ausbildungsklubs wie der SC Freiburg (2,1 %) setzen kaum noch junge Talente ein. Dies liegt daran, dass sich auch bei Vereinen mit internationalen Ansprüchen konsequent nach jungen, vielversprechenden Spielern gefahndet wird und die Preise für hochveranlagte Talente steigen.

Wie so oft schauen kleine Klubs in die Röhre, wenn sich die großen Vereine um junge Spieler bemühen. Lediglich Borussia Mönchengladbach (1,6 %) und der FC Bayern München (7,4 %), der diesen Wert hauptsächlich der überragenden Entwicklung von Stammspieler Alphonso Davies verdanken, gehen mit diesem Trend unter den Klubs, die sich Hoffnungen auf das internationale Geschäft machen, nicht mit. Bayer Leverkusen kommt angeführt von Kai Havertz, Moussa Diaby oder den beiden Winterzugängen Edmond Tapsoba und Ezequiel Palacios auf einen Anteil von 15,7 % von Unter-22-Jährigen an der Gesamtspielzeit.

BVB mit höchster Einsatzzeit an Talenten vor S04 und Leipzig

Das Treppchen dieses Talente-Rankings eröffnet Schalke 04 (19,2 %). Elf verschiedene Spieler unter 22 Jahren setzten die Königsblauen in dieser Saison bereits ein. Als Stammspieler dürfen sich dabei aber nur Ozan Kabak und Weston McKennie fühlen. Die Spielanteile von Markus Schubert werden im Tor nach der vorläufigen Absetzung des scheidenden Alexander Nübel nach der Corona-Pause weiter steigen. Noch einen Jung-Profi mehr als Schalke setzte RB Leipzig mit zwölf an der Zahl ein. Durchgesetzt haben sich dabei vor allem Christopher Nkunku in der Offensive sowie die Verteidiger Dayot Upamecano, Nordi Mukiele und Ibrahima Konate in der Verteidigung. Das Leipziger Problem bleibt allerdings, dass es sich bei ihren Talenten samt und sonderns um teuer eingekaufte Profis handelt. Selbst bilden die Roten Bullen keine Talente für ihr erstes Team aus.

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Über allen thront in diesem Ranking allerdings Borussia Dortmund mit 22,4 %. Im Gegensatz zu Schalke und Leipzig kamen bei Dortmund zwar “nur” sieben verschiedene Jung-Profis zum Einsatz. Unter diesen finden sich auch noch der bereits an die TSG Hoffenheim abgegebene Jacob Bruun Larsen sowie der kaum berücksichtigte Innenverteidiger Leonardo Balerdi. Doch die anderen fünf kommen auf reichlich Spielanteile.

Sancho, Haaland, Hakimi bereits Superstars beim BVB

Giovanni Reyna ist das jüngste Super-Talent, das aus der Nachwuchsmannschaft des BVB zu den Profis gestoßen ist und Hoffnungen auf eine große Zukunft weckt. Dan Axel Zagadou hat in dieser Saison den Schritt vom Talent zur stabilisierenden und verlässlichen Stammkraft geschafft. Achraf Hakimi wurde als unbeschriebenes Blatt vor zwei Jahren von Real Madrid ausgeliehen und kehrt in diesem Sommer als der wohl gefragteste Rechtsverteidiger der Welt zu den Königlichen zurück. Jadon Sancho könnte in diesem Sommer wohl den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen und kann sich dank seiner Entwicklung beim BVB den Verein, zu dem er wechseln möchte, aussuchen. Derselbe Weg ist Erling Haaland vorgezeichnet, der erst im Januar beim BVB unterschrieb und direkt Stammspieler wurde. Dieses Klubmodell bringt es mit sich, dass sich Borussia Dortmund international einen Namen als perfekte Zwischenstation für die gefragtesten Talente gemacht hat.