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Jetzt gibt es Saison-Zeugnisse – die BVB-Profis in der Einzelkritik

Borussia Dortmund
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Vizemeister, aber dennoch wieder ein enormer Rückstand auf den FC Bayern München. Im DFB-Pokal und in der UEFA Champions League erlitt man enttäuschende Pleiten. Die Saison von Borussia Dortmund verlief wechselhaft. Wer überzeugte? Wer entwickelte sich zum Saison-Flop? Auf wen dürfen sich die BVB-Fans in der neuen Saison freuen? Eine Analyse.

Am Ende waren es doch satte 13 Punkte. Borussia Dortmund wurde in der Bundesliga zwar immerhin Vizemeister, hatte mit 69 Zählern jedoch 13 Punkte Rückstand auf Meister FC Bayern München, der sich zum achten Mal in Serie den Titel sicherte. Immerhin wurden RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen auf die Plätze verwiesen.

Einige BVB-Profis spielten eine starke Saison 2019/20, andere enttäuschten. Auf einige Talente wird man sich in Zukunft freuen dürfen. Eine Analyse des BVB-Kaders und der gezeigten Leistungen.

Starke Saison

Mats Hummels (31): Ganz klar. Der Rückkehrer vom FC Bayern München spielte eine überzeugende Saison und stabilisierte die BVB-Defensive. Auch in der kommenden Saison dürfte Trainer Lucien Favre (62) seine Abwehr um den Weltmeister von 2014 herum bauen.

Jadon Sancho (20): Nach wie vor hoffen die BVB-Fans auf einen Verbleib des Supertalents. Sancho sammelte 2019/20 beeindruckende 40 Scorerpunkte (20 Tore, 20 Vorlagen) in 44 Pflichtspielen. Manchester United, Manchester City und der FC Liverpool sollen am englischen Nationalspieler dran sein.

Erling Haaland (19): 18 Spiele, 16 Tore, 3 Vorlagen. Noch Fragen? Erling Haaland ist eines der interessanten Talente auf dem Erdball. Auch wenn er seine Wahnsinns-Quote aus den ersten Spielen nicht ganz halten konnte, hat sich Haaland beim BVB bestens eingefügt. Der Norweger war der fehlende Stoßstürmer im Spielsystem.

Meist überzeugend

Achraf Hakimi (21): 45 Pflichtspiele, 9 Tore, 10 Vorlagen sind eine starke Bilanz. Dennoch nahm sich der Marokkaner auch immer wieder Auszeiten. Hätte er noch konstanter performt, wäre der BVB den Bayern sicher noch enger auf die Pelle gerückt. Dennoch wird Hakimis Abgang schmerzen. Der von Real Madrid ausgeliehene Rechtsverteidiger mit Offensivdrang wird zu Inter Mailand wechseln.

Lukasz Piszczek (35): Auch im fast schon biblischen Alter von 35 kann der Pole auf insgesamt 38 Pflichtspiele in der abgelaufenen Saison zurückblicken. Erneut spielte Piszczek meist überzeugend und ist längst eine Identifikationsfigur im Klub. Der BVB verlängerte unlängst den Vertrag des Routiniers um ein weiteres Jahr.

Raphael Guerreiro (26): Der portugiesische Europameister von 2016 erzielte acht Tore in 29 Bundesligaspielen und wirbelte immer wieder überzeugend über die linke Seite. Seine Leistungen in der Champions League fielen leicht ab.

Emre Can (26): Im Winter kam Can von Juventus Turin an den Borsigplatz. Der deutsche Nationalspieler überzeugte auf Anhieb und brachte Aggressivität und Stabilität in das defensive Mittelfeld. Bleibt er fit, wird er ein ganz wichtiger Faktor in der neuen Saison.

Thorgan Hazard (27): Im Gegensatz zu Julian Brandt zeigte sich der Belgier einen Tick konstanter. 43 Pflichtspiele, sieben Tore und 13 Vorlagen können sich sehen lassen. Der Ex-Gladbacher schaffte es, sich schnell und überzeugend zu akklimatisieren.

Mittelmäßige Saison

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Roman Bürki (29): Der Schweizer Schlussmann kam für den BVB in 39 Pflichtspielen zum Einsatz und fing sich 51 Gegentore. Trotz Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr wirkte die Defensive erneut nicht sattelfest. Auch bei Bürki wechselten sich starke Leistungen und grandiose Paraden mit einigen Unsicherheiten ab.

Axel Witsel (31): Der Belgier überzeugte oft, enttäuschte aber in einigen entscheidenden Partien. Der 31-Jährige wurde auch durch eine Verletzung zurückgeworfen und konnte nicht an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen. Dennoch dürfte Favre auch in der neuen Saison auf ihn setzen.

Thomas Delaney (28): Der Däne kam verletzungsbedingt nur zu elf Bundesligaeinsätzen und tat sich dementsprechend schwer, dem Spiel des BVB seinen Stempel aufzudrücken. Insgesamt solide Leistungen.

Julian Brandt (24): Hätte Brandt Leistungen wie zum Restart gegen den FC Schalke 04 (4:0) häufiger wiederholen können, wäre er einer der besten Spieler der Saison 2019/20 geworden. Doch die Performances des Ex-Leverkuseners schwankten zu sehr. Wenn Brandt weiterhin die Konstanz abgeht, wird er beim BVB kein Unterschiedspieler werden.

Marco Reus (31): Seit Februar stand der BVB-Kapitän nicht mehr in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Erneut wurde der Nationalspieler von einer langwierigen Verletzung zurückgeworfen. Zuvor zeigte Reus wechselhafte Leistungen, die blanken Zahlen sprechen aber für ihn (26 Pflichtspiele, 12 Tore, 7 Vorlagen).

Enttäuschende Saison

Manuel Akanji (24): Der Landsmann von Lucien Favre kam zwar immer wieder zum Einsatz, fiel allerdings auch immer wieder durch Patzer auf. Kein Wunder, dass über einen Abgang des Innenverteidigers spekuliert wird.

Nico Schulz (27): Der Neuzugang von der TSG 1899 Hoffenheim ist einer der größten Transferflops der jüngeren Vereinsgeschichte. Er kam in nur elf Bundesligaspielen zum Einsatz (ein Tor). Nur fünf davon konnte der BVB gewinnen. Schulz wirkte oft indisponiert, wurde allerdings auch durch Verletzungen zurückgeworfen.

Mahmoud Dahoud (24): Seine Saison ist schwierig zu bewerten. Dahoud kam in nur zwölf Bundesligaspielen zum Einsatz und konnte bis zur Coronapause nicht überzeugen, zeigte sich fahrig und fehlerhaft. Bei Favre schien er keine Rolle mehr zu spielen. Doch beim Restart dann die Überraschung: Dahoud war zurück und spielte stark. Dann verletzte sich der Deutsch-Syrer am Knie und fiel den Rest der Spielzeit aus.

Mario Götze (28): Es war ein leiser Abschied des WM-Finaltorschützen von 2014. Götzes zweite Zeit bei Borussia Dortmund verlief enttäuschend. In der abgelaufenen Saison kam er nur noch auf 21 Pflichtspieleinsätze (drei Tore, eine Vorlage). Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Sein Ziel ist noch unklar.

Vielversprechende Zukunft

Dan-Axel Zagadou (21): Der Junge Franzose war eine der Überraschungen des Winters, als er sich seinen Stammplatz zurückeroberte und ihn mit starken Leistungen stabilisierte. Bitter: Während der Coronapause verletzte sich der 21-Jährige und verpasste fast den gesamten Rest der Spielzeit. Erst in den letzten beiden Partien kam er wieder zu zwei Kurzeinsätzen. Knüpft Zagadou an seine Leistungen vor der Corona-Zeit an, dürfte er beim BVB eine ganz große Nummer werden.

Thomas Meunier (28): Mit dem Belgier hat der BVB einen Top-Neuzugang verpflichten können. Bei Paris Saint-Germain absolvierte der offensive Rechtsverteidiger in vier Jahren 128 Pflichtspiele (13 Tore, 21 Assists).

Giovanni Reyna (17): Der US-Boy ist ein absolutes Supertalent und wurde von Favre zuletzt regelmäßig eingesetzt. In seiner ersten Saison stehen ihm bereits 18 Pflichtspiele, ein Tor und zwei Vorlagen zu Buche. Am Offensivmann dürften die BVB-Fans noch viel Freude haben.

Youssoufa Moukoko (15): Im November wird das Supertalent 16 Jahre alt und könnte dann bereits in der Bundesliga eingesetzt werden. Vieles deutet darauf hin, dass Moukoko von Favre dann auch bald eingesetzt werden wird. In der gestoppten A-Jugend-Saison 2019/20 gelangen ihm sagenhafte 34 Tore in 20 Spielen.