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Fragezeichen im Tor: Beginnen die BVB-Probleme bei Bürki?

Roman Bürki
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Dortmunds Roman Bürki (30) ist zweifellos ein erfahrener und solider Bundesliga-Keeper. Aber genügen seine Qualitäten den Ansprüchen, die der BVB hat? Nach zahlreichen Gegentoren in den letzten Wochen stellt sich die Frage, ob die Probleme der Borussia nicht schon bei ihm im Tor beginnen.

Nach nur einem Punkt aus drei Spielen sind die Dortmunder endgültig auf dem Boden der Tatsachen gelandet und können nun auch nicht mehr von der deutschen Meisterschaft sprechen. In der Liga liegt man mit 29 Punkten nur auf Rang sieben. Mit Leistungen wie zuletzt gegen Mainz (1:1), Leverkusen (1:2) und Mönchengladbach (2:4) muss man um die Champions League oder gar die Europa League bangen.

Immer mehr scheint auch offensichtlich, dass Keeper Roman Bürki ebenfalls Teil des mannschaftlichen Problems ist. Der Schweizer kassiert reihenweise Tore und scheint immer wieder zu leichte Gegentreffer hinzunehmen. Bürki fing sich in dieser Saison bereits 26 Tore in 16 Bundesligaeinsätzen.

Hin und wieder glänzt der 30-Jährige mit starken Paraden, nur um dann wieder Sonntagsschüsse passieren zu lassen (z.B. beim 1:1 gegen Mainz, Tor von Levin Öztunali). Laut Statistik hält Bürki nur zwei von drei Schüssen auf sein Tor. Schlechter steht ligaweit kein Keeper da.

Bei der 1:2-Niederlage in Leverkusen zeigte sich das Bürki-Problem in voller Pracht: Er stellte zwar einen Rekord an gehaltenen Schüssen auf, sah aber bei beiden Gegentoren nicht gut aus und hätte zumindest einen von beiden Schüssen halten müssen.

Der sensible Torhüter zeigte schon in der Vergangenheit oftmals Nerven, wenn er eh schon angezählt wurde. Fast schon folgerichtig patzte er beim 2:4 am Freitag in Mönchengladbach erneut. Die beiden Tore von Nico Elvedi (24) wären ohne Frage jeweils zu halten gewesen. Vor allem beim zweiten Treffer seines Landsmanns unterlief ihm ein schwerer Fehler, als er einen Freistoß unzureichend abwehrte. Der Ball flog Elvedi vor die Füße, der nur noch einschieben musste. Bürki war zwar auch die Sicht versperrt, dennoch muss ein Keeper des BVB solch eine Situation ohne Frage besser lösen.

Bürki genügt den Ansprüchen nicht: Schwache Quoten und gleiche Muster

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Roman Bürki scheint immer mehr zu unterstreichen, dass er zwar ein ordentlicher Ligatorwart ist, aber den hohen nationalen und internationalen Ansprüchen des BVB nicht genügt. Die Dortmunder benötigen einen internationalen Klassekeeper, wenn sie auch wieder um Titel mitspielen wollen. In dieser Hinsicht sind RB Leipzig mit Peter Gulasci (30) und natürlich der FC Bayern München mit Manuel Neuer (34) dem BVB deutlich voraus.

“Damit ist eine wichtige Position langfristig und exzellent besetzt”, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc (58), nachdem Bürkis Vertrag in Dortmund bis Sommer 2023 verlängert. Auch zu dieser Zeit hatte der Schweizer die schwächste Ballabwehrquote aller Ligakeeper. Wird Bürki hoffnungslos überschätzt? Es gibt einige Stimmen, die seit längerer Zeit Marwin Hitz (33) als Nummer 1 fordern. Der ehemalige Augsburger hat nicht nur bessere Quoten, er gilt zudem als nervenstärker und ist wohl die stärkste Nummer 2 in der Bundesliga. Doch Hitz’ Vertrag läuft aus. Seine Zukunft: ungewiss.

Bürkis Stärken liegen auf der Linie. Der Schweizer hat starke Reflexe und kann Schüsse aus kurzer Distanz häufig sehenswert parieren. Doch damit gehen auch seine Schwächen einher: Muss er aus dem Tor, wirkt er unsicher und patzt immer wieder. Zu oft zögert er, wenn er entschlossen herauslaufen müsste. Zu oft läuft er heraus, wenn er auf der Linie bleiben müsste. Zudem ist Bürki kein moderner Torwart, der den Spielaufbau unterstützt und fast wie ein Libero agiert. Zwischen der Abwehr der Borussia und dem Keeper sind große Lücken zu erkennen. Kein Wunder, dass Dortmunds Gegner immer wieder gefährlich hinter die Abwehrkette kommen.

In guter Verfassung kann der 30-Jährige zwar weiterhin Spiele gewinnen, doch ganzheitlich betrachtet ist Bürki nicht der Keeper, den sich ein vermeintliches Spitzenteam wie der BVB wünschen würde.