Baumgart nimmt BVB-Coach Kovač in Schutz: „Für Siege rechtfertigen“

Borussia Dortmund: seit elf Bundesligabegegnungen unbesiegt. 1. FC Union Berlin: seit fünf Partien im Oberhaus ohne Niederlage. Am Samstag (24. Januar, 18:30 Uhr) stehen sich beide Klubs im Top-Spiel gegenüber.

Die Stimmung bei zahlreichen Anhängern des BVB ist dennoch nicht gut. Das liegt nicht allein an der 0:2-Niederlage in der Champions League gegen Tottenham Hotspur. Trotz Tabellenplatz zwei hagelt es Kritik an den Auftritten der Schwarz-Gelben. Zwar stimme die Einstellung, das Kämpferische, es fehle jedoch die spielerische Komponente. Ballannahmen und Pässe gerieten zu unsauber. Besonders Chef-Coach Niko Kovač (54) werden die Defizite angekreidet.

Sein Kollege auf Seiten der Berliner springt ihm vehement zur Seite. „Wenn ich Dortmund als gegnerischer Trainer bewerten darf, bewerte ich die Ergebnisse, die Leistung, Platz zwei, die zweitbeste Abwehr der Liga und eine absolut starke Offensive“, sagt am Donnerstag Steffen Baumgart (54). Und weiter: „Ich muss mir immer anhören, was sie alles nicht können. Das finde ich schon schwierig, wenn sich ein gegnerischer Kollege schon für Siege rechtfertigen Kovač muss.“ Er adelt den BVB als „eine der besten Mannschaften“, die zudem nur „sehr wenige Torchancen zulässt“.

Einen Vergleich mit dem Match gegen die Spurs in der „Königsklasse“ hält der Union-Trainer für unzulässig. „Um auf das Champions-League-Spiel einzugehen: Das eine ist Tottenham, das andere ist Union Berlin. Da treffen ganz andere Philosophien aufeinander“, ist der gebürtige Rostocker überzeugt. Er sei sicher, „dass wir anders spielen als ein Champions-League-Gegner“.

„Gegen Dortmund musst du keinen motivieren“

Für die Eisernen gab es in Dortmund bislang wenig zu holen. Sieben Mal traten sie in der Bundesliga dort an, siebenmal kehrten sie als Verlierer heim. Zudem flogen die Köpenicker im DFB-Pokal im Signal Iduna Park zweimal raus. An der Alten Försterei gewannen sie aber immerhin drei von sechs Duellen gegen den BVB.

„Gleichzeitig können wir auch davon reden, dass wir regelmäßig in Dortmund den Arsch voll kriegen. Die Bilanz würde ich vielleicht gerne verändern“, sagt Baumgart. „Grundsätzlich ist es so, dass wir eine gewisse Heimstärke haben. Trotzdem wissen wir um die Qualität der Gegner.“

Der 54-Jährige freut sich auf die Aufgabe gegen die Schwarz-Gelben. „Es ist ein Flutlichtspiel, der Gästeblock ist voll“, blickt Baumgart voraus auf den kommenden Samstagabend und resümiert: „Gegen Dortmund musst du keinen motivieren.“

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