Er hätte in die Geschichte eingehen können. Doch der sonst so sichere Elfmeterschütze Sébastien Haller (31) schoss Mainz-Keeper Finn Dahmen (27) genau in die Arme. Die schon sicher geglaubte Meisterschale rutschte Borussia Dortmund am 27. Mai 2023 noch aus den Händen.
Im Laufe seiner Karriere verwandelte Haller insgesamt 31 Strafstöße. Ganze zweimal scheiterte er vom Punkt. Neben seiner Fahrkarte gegen Mainz blieb Alkmaars Tim Krul (37) in der Saison 2016/17 Sieger gegen den Ivorer – damals noch in Diensten des FC Utrecht.
Nach Utrecht zog es den 34-maligen Internationalen der Elfenbeinküste im Januar 2025 zurück. Zunächst kickte er für ein halbes Jahr auf Leihbasis, anschließend wechselte er fest in die Eredivisie. Der BVB erhielt keine Ablöse. Im Dezember 2019 betrug Hallers Marktwert noch 45 Millionen Euro.
Während seines ersten Abstechers zu den Domstedelingen zeigte sich Haller noch äußerst treffsicher. In 98 Pflichtspielen netzte er 51-mal. Doch seine zweite Zeit in Utrecht ist nicht von Erfolg gekrönt. Wettbewerbsübergreifend lief er bislang in 43 Partien für den FC auf. Seine Bilanz fällt mit sieben Treffern ziemlich bescheiden aus. In der aktuellen Spielzeit gelang ihm sogar nur ein einziges Tor.
Utrecht-Besitzer unzufrieden
„Wir sind das Risiko eingegangen und es ist schief gegangen“, zeigte sich Utrechts Besitzer Frans van Seumeren bei ESPN ziemlich enttäuscht von den Leistungen des ehemaligen Dortmunders. „Er wollte sehen, ob er bei seinem geliebten Verein Utrecht, wo er Spielzeit bekommen würde, wieder den Schritt an die Spitze schaffen könnte. Aber das ist nicht so gelaufen. Alle im Verein mögen ihn. Deshalb tut es besonders weh“, zitiert SPOX den 75-Jährigen.
Schon seit Ende Januar macht Haller eine schmerzhafte Rippenprellung zu schaffen. Daher stand er in diesem Jahr erst viermal auf dem Platz. „Es ist überhaupt fraglich, ob er in dieser Saison noch einmal spielen wird“, zeigt sich van Seumeren wenig optimistisch und gibt die Verantwortung weiter. „Es liegt am Trainer, was er mit Haller macht.“

Utrecht-Coach Ron Jans Haller (67) – weder verwandt noch verschwägert – macht dem Ex-BVB-Stürmer dagegen Hoffnung. „Er ist auf jeden Fall wieder einsatzfähig“, ist der Fußballlehrer überzeugt. Doch der Ivorer müsse „an seiner Fitness arbeiten und sich mit den anderen messen“. Aber auch der Trainer weiß: „Der Druck auf diesen Jungen ist so groß.“
