In der 4. und der 6. Minute der Nachspielzeit gelingen Borussia Dortmund zwei Tore zum Sieg beim VfB Stuttgart, nachdem man zuvor vor allem defensiv überzeugte, während man offensiv nahezu nicht stattfand. Diese ungeahnte Wendung zementiert Rang 2 in der Bundesliga, da man mit dem VfB einen der ärgsten Verfolger weiter distanziert.
In der Anfangsphase kam der VfB Stuttgart auf 70 Prozent Ballbesitz, fand der BVB wenig bis gar nicht in die Partie. Bis zur ersten echten Chance für die Hausherren dauerte es dann aber bis zur 19. Minute, dafür dann gleich mit einem Dreifach-Abschluss. Zunächst parierte Kobel den Schuss von Stiller, im Anschluss kommt Undav nicht richtig an den Ball, ehe Führich verzieht.
Weiterhin blieb der VfB am Drücker, weiterhin fehlte ihm die Präzision im letzten Zuspiel, sodass erst in der 29. Minute Gefahr für das Dortmunder Tor entstand. Auch dabei verfehlt Undav aber das Gehäuse von Gregor Kobel, kam noch leicht in Rücklage. Ein Standard in der 33. Minute brachte dem VfB die nächste gute Gelegenheit, die wieder Führich klar übers Tor des BVB setzt.
Von zwingenden Aktionen der Dortmunder nach vorne war bis hierhin nichts zu sehen, was sich bis kurz vor dem Pausenpfiff auch nicht mehr ändern sollte. Da hatte der kurz zuvor mit Gelb verwarnte Chukwuemeka die erste nennenswerte Szene des BVB vor dem gegnerischen Tor, schoss aber ebenfalls am Tor vorbei. Das Spiel machte zweifellos der VfB, ohne einen Treffer erzwingen zu können.

Kovac‘ Wechsel fruchten ganz spät bei VfB vs. BVB
Dennoch verzichtete Nico Kovac zur Pause auf personelle Wechsel – weshalb das Bild auf dem Rasen zunächst ein sehr ähnliches blieb wie in Durchgang Eins. Immerhin gehörte der erste Abschluss diesmal dem BVB, als Bensebaini nach Eckball zum Kopfball kommt, diesen aber nicht ausreichend drücken kann.
Weiterhin hatte der VfB wesentlich mehr Ballbesitz, kam aber immer seltener zu Abschlüssen. Zwischen einem von Kobel parierten Schuss von Assignon in der 56. Minute war bis zur 75. Minute keinen einzigen weiteren Torschuss im gesamten Spiel. Da hatte Kovac allerdings schon Silva für Guirassy – der den BVB verlassen möchte – Adeyemi für Chukwuemeka und Brandt für Beier ins Spiel gebracht. Eine Entscheidung, die sich noch auszahlen sollte.
Die Partie verflachte zusehends und die Kontrahenten schienen sich auf ein Remis geeinigt zu haben, als es plötzlich doch noch zweimal im Tor einschlug – in jenem des VfB. In der 90+4. Minute klärte Chabot eine Hereingabe von Brandt direkt vor die Füße von Adeyemi, der zur mehr als schmeichelhaften Führung abschloss. Kurz darauf wurde sogar noch ein Doppelpack daraus. Brandt vollendete in der 90+6. Minute die Vorarbeit von Fabio Silva, der einen Befreiungsschlag von Sabitzer behaupten konnte.
Emotionale Diskussionen zwischen Hoeneß und Kovac folgten, während manch Stuttgarter Fan in den Innenraum eindrang. Das Ergebnis aber blieb davon unverändert: 2:0 siegt der BVB auf ziemlich kuriose Weise in Stuttgart.
BVB
Kobel – Bensebaini, Schlotterbeck, Anton – Svensson, Bellingham, Ryerson – Chukwuemaka (64. Adeyemi), Sabitzer – Beier (72. Brandt), Guirassy (64. Fabio Silva)
VfB Stuttgart
Nübel – Jeltsch, Chabot, Hendriks – Assignon (72. Tiago Tomas), Karazor, Stiller (88. Chema), Mittelstädt (88. Demirovic) – Nartey (72. El Khannouss), Führich (69. Leweling) – Undav
Tore
0:1 Adeyemi (90+4.), 0:2 Brandt (90+6.)

