Borussia Dortmund steht wegen der Ausstiegsklausel von Nico Schlotterbeck in der Kritik. BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke verteidigt die Entscheidung deutlich und stellt sich vor den Nationalspieler.
Die Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund sorgt weiterhin für Diskussionen – insbesondere wegen der enthaltenen Ausstiegsklausel. Nun hat sich BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke klar positioniert und sowohl den Spieler als auch die Entscheidung des Klubs verteidigt.
Seit der Bekanntgabe des neuen Arbeitspapiers wird intensiv über die Details spekuliert. Einem Bericht der BILD zufolge soll die festgeschriebene Ablösesumme zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen. Zudem ist die Klausel offenbar zeitlich begrenzt und könnte nur von wenigen Topklubs – darunter Real Madrid und FC Liverpool – aktiviert werden.
Watzke bestätigte die Existenz der Klausel indirekt und bezeichnete sie als sinnvolle Lösung für beide Seiten. „Ich sage: Es ist ein guter Kompromiss“, erklärte er im Interview mit den Ruhr Nachrichten. Für den Klub sei entscheidend gewesen, wirtschaftliche Sicherheit zu schaffen und gleichzeitig flexibel zu bleiben. „Für uns geht es immer darum, als Borussia Dortmund erstmal die Transferwerte zu sichern und dann natürlich auch irgendwann ein bisschen Planungssicherheit zu haben.“
BVB-Ikone Kohler kritisiert Schlotterbeck-Klausel
Ein zentrales Motiv für die Einigung war laut Watzke, einen ablösefreien Abgang des Nationalspielers zu verhindern. Ohne Verlängerung hätte Schlotterbeck schon bald ins letzte Vertragsjahr gehen können. „Die Transfersummen sind so gewaltig groß geworden, dass du dir keine großen Fehler mehr leisten kannst – und auch nicht, einen solchen Spieler ablösefrei gehen zu lassen“, betonte der BVB-Präsident.

Kritik an der Klausel kam unter anderem vom früheren Dortmunder Profi Jürgen Kohler. Der Weltmeister von 1990 sieht darin kein klares Signal des Spielers zum Verein: „Ganz ehrlich: Eine Ausstiegsklausel ist für mich kein klares Bekenntnis. Das ist keine echte Liebe.“ Zudem warnte er vor einer eingebauten „Exit-Strategie“, die langfristig selten für alle Beteiligten aufgehe.
Auch die Reaktionen der Fans sorgten zuletzt für Gesprächsstoff. Beim Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen (0:1) wurde Schlotterbeck von Teilen der eigenen Anhänger ausgepfiffen. Watzke stellte sich klar vor den Verteidiger und kritisierte dieses Verhalten deutlich: „Wir können und wollen den Leuten nicht verbieten zu pfeifen. Aber wir dürfen ihnen, glaube ich, schon sagen, dass wir Pfiffe gegen einen unserer Spieler als nicht gerechtfertigt empfinden.“

