Borussia Dortmund sorgt mit dem neuen Vertrag von Nico Schlotterbeck für Diskussionen. TV-Experte Dietmar Hamann hält den BVB-Deal wegen der frühen Ausstiegsklausel sogar für „fatal“.
Die Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund sorgt weiter für Diskussionen. Trotz eines langfristigen Arbeitspapiers bis 2031 enthält der neue Vertrag eine brisante Ausstiegsklausel, die bereits nach der Weltmeisterschaft 2026 greift. Für TV-Experte Dietmar Hamann ist dieser Deal kaum nachvollziehbar.
Im Fußball-Talk Sky90 äußerte sich der ehemalige Nationalspieler deutlich kritisch: „Eine Ausstiegsklausel in zwei oder drei Monaten zu machen, halte ich für fatal.“ Für ihn ist die Verlängerung keine klassische Win-win-Situation, sondern vielmehr „eine Vertragsverlängerung, bei der beide Parteien die Verlierer sind.“
Hintergrund der Kritik ist die Konstellation rund um die Klausel. Medienberichten zufolge können nur ausgewählte Topklubs wie Real Madrid oder FC Liverpool diese Option ziehen. Andere Interessenten, darunter auch FC Bayern München, sollen keinen Zugriff haben. Hamann sieht darin ein klares Signal: „Der einzige Grund, warum er den Vertrag unterschrieben hat, ist, dass er im Moment keinen anderen hatte, der bereit war, die Ablöse zu zahlen.“
BVB-Star Schlotterbeck vor Abgang? WM 2026 als wichtiger Faktor
Der 52-Jährige geht zudem davon aus, dass Schlotterbeck die Bühne der WM nutzen will, um sich für einen Wechsel zu empfehlen. „Er wird schauen, dass er nach der WM einen Verein bekommt“, prognostizierte Hamann und ließ offen, ob sich tatsächlich ein passender Klub findet.

Auch wirtschaftlich betrachtet sieht der frühere Profi Probleme auf den BVB zukommen. Zwar könnte der Verein im Falle eines Transfers Einnahmen im Bereich von 50 bis 60 Millionen Euro erzielen, doch Hamann relativiert diesen Vorteil deutlich: „Das Geld, das die Dortmunder mehr bekommen werden, werden sie wahrscheinlich wieder bezahlen müssen, weil das Transferfenster schon etwas weiter fortgeschritten ist.“
Neben den finanziellen Aspekten kritisiert Hamann auch die Signalwirkung gegenüber den Fans. Gerade ein Verein wie Dortmund lebe stark von Identifikation, die durch solche Konstellationen leiden könne. Seine klare Einschätzung: „Ich verstehe nicht, dass der Verein da nicht hart geblieben ist.“ Damit bleibt die Personalie Schlotterbeck ein potenzieller Unruheherd – spätestens mit Blick auf den kommenden WM-Sommer.

