Nach anhaltender Kritik an seiner Arbeit stellt sich Niko Kovac entschieden gegen den Vorwurf mangelnder Talentförderung. Der BVB-Coach verweist auf zahlreiche junge Spieler, die unter ihm den Durchbruch geschafft haben.
Die Kritik, er würde zu selten auf junge Spieler setzen, hält sich hartnäckig rund um Niko Kovac. Der Trainer von Borussia Dortmund weist diesen Vorwurf jedoch entschieden zurück – und untermauert seine Argumentation mit konkreten Beispielen aus seiner bisherigen Laufbahn.
„Ich habe auch schon gehört, dass ich angeblich mehr auf Erfahrung setze als die meisten anderen Trainer. Aber da gibt es schon eine etwas längere Liste junger Spieler, die sich in den vergangenen Jahren und auch aktuell sehr gut unter meinem Trainerteam und mir entwickelt haben, bevor die jeweiligen Klubs sie teuer verkauft haben“, erklärte Kovac im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Zu dieser Liste zählt er unter anderem Luka Jović, der bei Eintracht Frankfurt bereits mit 20 Jahren zum Einsatz kam. Auch Aurélien Tchouaméni sammelte bei AS Monaco schon als 18-Jähriger Spielpraxis unter Kovac. Beim VfL Wolfsburg setzte er zudem früh auf Felix Nmecha sowie Micky van de Ven. Weitere Beispiele sind Jesús Vallejo, der ebenfalls jung Stammspieler wurde, sowie Aarón Anselmino, der in Dortmund regelmäßig spielte, wenn er fit war.
Nach schwierigem BVB-Start: Bellingham etabliert sich unter Kovac
Auch aktuell sieht Kovac seine Philosophie beim BVB bestätigt: „Und im Moment steht hier fast jede Woche Jobe Bellingham in der Startelf, der ist 20.“ Der Engländer war im Sommer für rund 30 Millionen Euro vom AFC Sunderland verpflichtet worden. Nach einem schwierigen Start entwickelte er sich in der Rückrunde zum Stammspieler und kommt in seiner ersten Saison unter Kovac bereits auf 42 Einsätze.

Grundsätzlich trägt der Coach auch die strategische Neuausrichtung der Dortmunder mit, verstärkt auf junge Talente zu setzen. „Natürlich bin ich in die Gedankenspiele des Vereins involviert und gebe auch meine Einschätzungen ab. Wenn ich an bestimmten Stellen mit Informationen oder Kontakten helfen kann, tue ich das“, sagte Kovac und betonte: „Ich merke, dass wir hier alle am gleichen Strang ziehen und mit diesem großen Klub erfolgreich sein wollen.“
Sportlich steht der BVB ebenfalls gut da: Mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag (17:30 Uhr) könnte Dortmund am den zweiten Platz in der Bundesliga festigen. Der Vorsprung auf RB Leipzig beträgt weiterhin fünf Punkte, nachdem Leipzig zuletzt gegen Bayer Leverkusen deutlich mit 1:4 unterlag.

