Borussia Dortmund schleppt sich gerade so ein wenig über die Ziellinie in der Saison 2025/26. Platz zwei in in der Liga, ein für den eigenen Geschmack zu frühes Aus in der Champions League und wieder kein Pokalsieg: Das wird am Ende das Resultat sein.
Alles in Ordnung? Nur bedingt. Die Dortmunder werden versuchen, im Sommer einige Dinge zu verändern. Spieler wie Serhou Guirassy, Karim Adeyemi oder Marcel Sabitzer könnten unter Umständen wechseln. Die Abgänge von Vielverdienern wie Niklas Süle oder Julian Brandt stehen fest.
Nicht ändern wird sich der Trainer. Und das, obwohl Niko Kovac von manch einem Fan oder Experten durchaus kritisch gesehen wird. Es gibt sogar komplett unterschiedliche Meinungen. Von der, er hole alles, was geht aus der Mannschaft heraus bis hin zu er sei ein Bremsklotz für die fußballerische Entwicklung ist alles vertreten.
Die Verantwortlichen des BVB gehören eher zur ersten Fraktion. Deswegen soll laut Sky und BILD im Sommer auch über die Zukunft des Trainers gesprochen werden. Und das ist positiv für Kovac, denn der Vertrag soll über 2027 hinaus verlängert werden.
Was für eine Kovac-Verlängerung spricht
Die Idee der Schwarzgelben ist klar: Einerseits will man nicht mit einem Trainer in das letzte Vertragsjahr gehen, andererseits auch ein Zeichen setzen. „Wir vertrauen dem Trainer“ und die Spieler sind es, die in die Pflicht genommen werden müssen. So lautet das Statement, das die Dortmunder setzen wollen. Das Vertrauen, einen Weg weiterzugehen und dem Trainer auch die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen, um Feinheiten zu verbessern, kann sehr sinnvoll sein. Gerade dann, wenn die Führungsebene und Kovac was den Fußball angeht am gleichen Strang ziehen.
Und mal ehrlich: So viel hat sich Kovac jetzt nun wirklich nicht vorzuwerfen. Die Punktausbeute ist gut. Und das mit einem Kader, dem man attestieren kann, nicht der homogenste zu sein. Es gab einige Altlasten und Spieler, die viel Geld kassierten, aber nur unterdurchschnittliche Konstanz aufweisen konnten. Diesen Kader zu moderieren und ihm zumindest zu vermitteln, dass die Basics immer stimmen müssen, ist aller Ehren wert. Und diese Basics stimmten auch oft, Dortmund hatte viele Spiele, in denen man zumindest lief, ackerte und die Räume eng machte.

Planungssicherheit ist derweil für jedes Team gut, weil es natürlich nach außen hin Dinge vermittelt. Spieler wissen, dass sie voraussichtlich länger mit einem Trainer zusammenarbeiten. Kontinuität vermittelt außerdem, dass man nicht bei der ersten Widrigkeit gleich einen neuen Weg einschlägt, einem Prozess vertraut. Das kann zusammenschweißen. Für Kovac selbst ist die Klarheit auch wichtig, gerade vor einem solch interessanten Transfersommer.
Was gegen eine Kovac-Verlängerung zum jetzigen Zeitpunkt spricht
Eine frühe Verlängerung mag aus gewissen Gesichtspunkten sinnvoll sein. Aber die kann man ja auch noch nach den ersten Wochen, vielleicht zwei Monaten, in der neuen Saison angehen. Denn direkt nach dieser Saison zu verlängern, das lässt Fragen offen. Wird das, was man sich für den Sommer vornimmt, am Ende auch so umgesetzt? Wie kommt Kovac mit dem neuen Kader zurecht? Gibt es intern vielleicht irgendwelche Spannungen? Ein Fehlstart in die neue Saison kann auf jeden Fall für Probleme sorgen. Dass es diese dann gibt ist nicht garantiert, es geht hier aber um ein gewisses Risiko.
Das geht der BVB dann auch auf finanzieller Ebene ein. Es könnte eine Gehaltsanpassung für Kovac geben, bei einer frühzeitigen Entlassung, so diese denn ein Thema wird, wäre die Abfindung dann im Normalfall auch höher, es sei denn, es wird eine besondere Klausel in den Vertrag geschrieben. Davon ist nach jetzigem Stand – die Gespräche haben schließlich noch nicht begonnen – aber nichts bekannt.
Und dann gibt es natürlich auch noch die kritischen Stimmen, die zumindest in Teilen einen Punkt haben. Ja, Kovac hat die Basics stabilisiert und einiges bewegt, aber nein, er ist kein Trainer, der jetzt einen sehr guten Fußball auf Dauer spielen lassen wird. Dazu fehlen ihm im Coaching einfach Elemente, dazu ist er einer anderen Philosophie gegenüber einfach offener. Und wenn der BVB eine permanente Weiterentwicklung erleben will, dann wird das irgendewann zum Problem.
