Medien: Kovac die falsche Adresse für Kritik am BVB-Spielstil

Schon in der letzten Woche, also noch vor der neuerlichen Niederlage des BVB in der Bundesliga, widmete sich Michael Makus in der Welt der Arbeit von Trainer Niko Kovac – und vor allem der nicht zu überhörenden Kritik daran.

Zunächst mal bescheinigt die Welt dem BVB und damit natürlich auch Kovac, eine „starke Saison“ zu spielen, was sicher durch das 0:1 bei Borussia Mönchengladbach nicht seine Gültigkeit verliert.

Böse Zungen würden allerdings behaupten, die Rettung von Wal Timmy zu verfolgen sei spannender, als dem Fußball des BVB zuzusehen, zumindest in den letzten Wochen. Mehrere Medien hätten deshalb eine Diskussion begonnen, ob es nicht besser sei, sich im Sommer von Kovac zu trennen.

Schließlich sei von Nils-Ole Book eine mutigere Ausrichtung des Kaders zu erwarten. Dazu passe dann die eher defensive Philosophie von Niko Kovac nicht mehr. Die Vorwürfe gehen dabei aber nicht in Richtung der geringen Attraktivität des Kovac-Fußballs. Vielmehr gebe er auch zu selten den ganz jungen Spielern eine Chance und agiere allgemein zu konservativ.

Niko Kovac
Foto: IMAGO

Kovac schuf „neue Leistungskultur“ beim BVB

Das alles sei aber ein „Irrglaube“, konstatiert Michael Makus. Denn der Hauptgrund für die stetig sinkende Qualität des BVB-Spiels sei nicht in der Besetzung des Trainerpostens zu finden. Tatsächlich gebe es in den letzten Jahren einen „gewaltigen Qualitätsverlust“ im Kader des BVB.

Zwar hätten Kehl und Ricken in den letzten vier Jahren 190 Millionen Euro in Beine investiert. Die Mannschaft auf Champions-League-Niveau zu stabilisieren, sei ihnen genauso wenig gelungen, wie jede Position doppelt mit annähernd gleichwertigen Spielern zu besetzen. Die Trennung von Kehl Ende März sei schließlich nichts anderes gewesen als das Eingeständnis des Scheiterns dieser Konstellation in der Führungsebene.

Dass Guirassy und Adeyemi seit Monaten unter Form agierten, dass Kovac in Brandt und Nmecha nur zwei Kreativspieler zur Verfügung hatte, sei nicht dem Trainer anzulasten. Aus der vorhandenen Qualität habe Kovac das Maximum herausgeholt. Das frühe Ende in DFB-Pokal und Champions League sei zwar „peinlich und vermeidbar“ gewesen. Doch die (wahrscheinliche) Vizemeisterschaft, dazu vierzehn von 32 Ligaspielen ohne Gegentor seien in etwa das Optimum, was mit diesem Kader möglich war.

Zudem habe Kovac eine neue Leistungskultur eingeführt, damit die zuvor lange schwelende Mentalitätsdebatte beendet. Außerdem weiß der Autor, dass Kovac in Zukunft liebend gerne offensiver spielen würde. Dafür benötigt er aber jene Unterschiedsspieler, die er bislang beim BVB nicht zur Verfügung hat. Gedreht werden müsse laut Welt also an einem anderen Rad als der Personalie des Trainers.

Was aus Sicht anderer Köpfe für oder gegen eine Verlängerung des BVB mit Niko Kovac als Cheftrainer spricht, ist hier zu lesen.

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