Gestern vor 60 Jahren gewann Borussia Dortmund mit dem Europapokal der Pokalsieger als erster deutscher Club einen Europapokal. Von den Helden des Finales 1966 in Glasgow, die den favorisierten FC Liverpool mit 2:1 nach Verlängerung bezwangen, leben nur noch wenige, die umso lieber zu diesem ersten internationalen Titel des BVB befragt werden.
Streng genommen wurde der Grundstein für diesen Erfolg in Münster gelegt und zwar schon am 16. Januar 1965. An jenem Tag siegte der BVB nämlich in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 1:0 bei Preußen Münster. Anschließend folgten in diesem Wettbewerb drei weitere Siege, die Borussia Dortmund ins Finale brachten. Dieses gewann Schwarzgelb in Hannover gegen das damals zweitklassige Alemannia Aachen mit 2:0, Torschützen Alfred „Aki“ Schmidt und Lothar Emmerich. Damit qualifizierte sich der BVB auch für den Europapokal der Pokalsieger, was diesen großen Triumph erst ermöglichte.
Mit den Amateuren vom maltesischen FC Floriana als erstem Gegner in diesem Wettbewerb hatte der BVB keine Mühe. 13:1 hieß das Gesamtergebnis nach zwei Duellen. Knapper ging es gegen den ZSKA Sofia zur Sache, gegen den ein 3:0 zu Hause ausreichte, um trotz einem 2:4 in Bulgarien die nächste Runde zu erreichen.
Im Viertelfinale spielte Borussia Dortmund bei Atletico Madrid 1:1, gewann im Stadion Rote Erde mit 1:0 und erreichte das Halbfinale. Schon da wartete ein Gegner aus England, das diesmal zwei Teilnehmer stellte. Titelverteidiger West Ham United wurde aber mit gleich zwei Siegen ausgeschaltet. 2:1 in London, 3:1 zu Hause und so reiste man zum Finale am 5. Mai 1966 im Hampden Park in Glasgow, wo man auf den FC Liverpool traf.
Held und Libuda die Torschützen in Glasgow
Deren Trainer Bill Shankly hatte vor Anstoß getönt, man sei unschlagbar. Dass dem nicht so war, widerlegten die folgenden Borussen in jenem Finale vor 60 Jahren:
Hans Tilkowski – Gerd Cyliax, Wolfgang Paul, Rudi Assauer, Theo Redder – Dieter Kurrat, Alfred Schmidt, Willi Sturm – Reinhard Libuda, Sigfried Held, Lothar Emmerich
Denn Siggi Held schoss die Borussia in der 62. Minute mit 1:0 in Führung woraufhin der FC Liverpool zum 1:1 ausglich, was sich bis zum Abpfiff der regulären Spielzeit nicht mehr änderte. In der Verlängerung aber traf Reinhard „Stan“ Libuda in der 106. Minute für den BVB ins Tor, was die Engländer nicht mehr kontern konnten.
Als erster deutscher Club gewann der BVB also gestern vor 60 Jahren einem Europapokal, was damals für Jubel nicht nur im Revier, sondern in ganz (Fußball-) Deutschland sorgte und bis heute einer der größten Erfolge des BVB überhaupt ist.

