Nach über 20 Jahren endet die Zeit von Sebastian Kehl bei Borussia Dortmund endgültig. Beim letzten Heimspiel der Saison wurde der frühere Kapitän und Sportdirektor des BVB unter emotionalen Szenen im Signal Iduna Park verabschiedet.
Emotionale Szenen im Signal Iduna Park: Vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen Eintracht Frankfurt (3:2) hat Borussia Dortmund Sebastian Kehl offiziell verabschiedet. Der ehemalige Kapitän und Sportdirektor stand dabei sichtbar bewegt vor der Südtribüne und kämpfte immer wieder mit den Tränen. Nach insgesamt mehr als zwei Jahrzehnten endet damit eine prägende Ära beim BVB.
Bereits vor dem Anpfiff wurde Kehl gemeinsam mit Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan verabschiedet. Während die Fans lautstark applaudierten, richtete Stadionsprecher Norbert Dickel emotionale Worte an den früheren Mittelfeldspieler. „Borussia verabschiedet nicht nur einen Spieler, Kapitän, sondern einen echten Borussen“, hallte es durch das Stadion. Besonders die Aussage „einmal Borusse, immer Borusse“ sorgte für großen Applaus auf den Rängen.
Kehl zeigte sich von der Reaktion der Fans sichtlich ergriffen. Immer wieder applaudierte der 46-Jährige in Richtung Südtribüne, später stellte er sich sogar noch einer gemeinsamen Laola-Welle mit den Anhängern. Auf der LED-Wand war unterdessen „Danke für mehr als 20 Jahre in Schwarzgelb“ zu lesen.
BVB-Fans feiern Kehl mit Applaus und Sprechchören
Der frühere Nationalspieler war im Januar 2002 nach Dortmund gewechselt und gewann direkt in seiner ersten Saison die Deutsche Meisterschaft. Insgesamt absolvierte Kehl 362 Pflichtspiele für den BVB. Als Kapitän führte er die Borussia zu den Meisterschaften 2011 und 2012 sowie zum Double unter Jürgen Klopp. Nach seiner aktiven Karriere kehrte er 2018 in die Klubführung zurück und arbeitete zunächst als Leiter der Lizenzspielerabteilung, ehe er 2022 Sportdirektor wurde.

Im Frühjahr 2026 war die Zusammenarbeit jedoch beendet worden. Nach dem 3:2-Erfolg gegen den Hamburger SV im März wurde Kehl freigestellt. Hintergrund sollen laut Berichten interne Spannungen mit Sport-Geschäftsführer Lars Ricken gewesen sein.
Trotz der turbulenten letzten Monate überwogen beim Abschied die Emotionen. Dickel würdigte Kehl nochmals mit den Worten: „Sebastian war Borussia Dortmund nie egal. Nicht auf dem Platz, nicht daneben. Voller Leidenschaft, Kampf und Herz.“ Die Fans honorierten das mit minutenlangem Beifall und Sprechchören für einen der prägendsten Dortmunder der vergangenen Jahrzehnte.

