Sieben Jahre lang stand der Schweizer Roman Bürki – hier zuletzt im Interview – beim BVB unter Vertrag und die meiste Zeit auch im Tor. Fünfeinhalb dieser sieben Jahre war er Stammtorwart von Borussia Dortmund, ist seit 2022 zu St. Louis City in die MLS abgewandert. In seiner Heimat sorgt unterdessen sein Bruder Marco für Furore und für einen historischen Erfolg.
Anders als Roman Bürki, Jahrgang 1990, steht Marco Bürki nicht im Fußballtor. Der 1993 geborene Bruder des früheren BVB-Keepers ist allerdings ebenfalls vornehmlich damit beauftrag, gegnerische Tore zu verhindern. Marco Bürki spielt Innenverteidiger und das seit 2012 als Profi. Zunächst verbrachte er sechs Jahre bei den Young Boys Bern, ohne dort aber den Durchbruch zu schaffen. In diesen sechs Spielzeiten kam Marco Bürki lediglich auf 29 Einsätze in der Super League, der höchsten Schweizer Spielklasse.
Anschließend folgten zwei Jahre in Belgien beim SV Zulte Waregem, wo es etwas besser lief, sowie eine Saison beim FC Luzern. Als Marco Bürki 2021 zum FC Thun wechselte, war dieser nur Zweitligist gewesen. Lange Jahre hatten die Thuner seit Einführung der Super League im Jahr 2003 in eben jener mitgemischt.
Von 2020 an bis zur vorigen Saison herrschte eine Durststrecke, in der man nur zweitklassig war, zudem die Rückkehr ins Oberhaus meist knapp verpasste. Dort aber inzwischen Stammspieler und auch am Aufstieg beteiligt, der 2024/25 gelang, sogar mittlerweile Kapitän der Mannschaft: Marco Bürki.
Bürki-Bruder landet historischen Erfolg in der Schweiz
Ein einfacher Aufstieg wäre aber keine Meldung wert, wenn der FC Thun nicht ein echtes Kunststück hätte folgen lassen, welches überall im Profifußball sehr selten ist.
Die Thuner wurden als Aufsteiger in dieser Saison Meister der Schweiz. Seit dem 8. Spieltag hatten sie die Tabellenführung inne, gaben sie auch in einer schwächeren Phase zum Ende der Spielzeit nicht mehr her. Der erste Verfolger FC St. Gallen lief schließlich mit sagenhaften vierzehn Punkten Rückstand auf die Thuner ein, weshalb der FC Thun Berner Oberland, wie er vollständig heißt, bereits sehr früh als Meister feststand.
In der Schweiz war in all den Jahrzehnten zuvor nur ein einziges Mal ein Aufsteiger Meister geworden, lange vor Einführung der Super League. 1951/52 war der Grasshopper Club Zürich dieselbe Leistung wie heuer dem FC Thun gelungen, weshalb die Leistung des Bruders des früheren Keepers von Borussia Dortmund mit Fug und Recht als historisch bezeichnet werden darf.

