Borussia Dortmund hat mit Konstantinos Karetsas eines der spannendsten Offensivtalente Europas verpflichtet. Sein ehemaliger Trainer Thorsten Fink erklärt, warum der Grieche beim BVB das Potenzial zum Top-Star hat.
Thorsten Fink kennt Konstantinos Karetsas so gut wie kaum ein anderer Trainer. Beim KRC Genk schenkte der frühere Bundesliga-Coach dem heute 18-Jährigen früh das Vertrauen und verhalf ihm zu den meisten seiner bisherigen Profi-Einsätze. Entsprechend groß ist seine Überzeugung, dass Borussia Dortmund mit dem griechischen Nationalspieler einen besonderen Fußballer verpflichtet hat.
„Da hat Dortmund einen Top-Spieler geholt“, schwärmte Fink im Gespräch mit der WAZ. Gegenüber Sky führte der frühere Genk-Coach seine Einschätzung weiter aus und bezeichnete Karetsas als „einen klassischen Zehner“, der vor allem mit seiner außergewöhnlichen Technik und Kreativität den Unterschied ausmachen könne. „Schon in der Jugend hat er alles dominiert“, erklärte der 58-Jährige.
Gleichzeitig macht Fink deutlich, dass Karetsas kein Spielertyp ist, der über Physis oder kompromisslosen Einsatz kommt. Stattdessen lebe sein Spiel von Ideen, Technik und Spielwitz. Deshalb richtet der heutige Trainer von Samsunspor auch einen klaren Appell an den BVB: „Er braucht Vertrauen, um sein Spiel rüberzubringen.“ Ebenso wichtig sei es, dem Youngster genügend Freiheiten auf dem Platz einzuräumen. „Man muss ihn auch spielen lassen, er braucht seine Freiheiten.“
Fink schwärmt von BVB-Neuzugang Karetsas
Nach Ansicht seines ehemaligen Trainers wird entscheidend sein, wie Dortmund den jungen Griechen in den kommenden Jahren entwickelt. Fink warnt davor, den Neuzugang vorschnell zum Heilsbringer zu machen. „Man muss die Spieler behutsam aufbauen und nicht zu sehr hypen. Das wäre ein Fehler.“ Gerade in diesem Alter sei es wichtig, den Druck nicht zu groß werden zu lassen.

Auch abseits des Rasens beschreibt Fink Karetsas als zurückhaltenden Charakter. Der Offensivspieler sei weder besonders laut noch ein großer Entertainer. Umso wichtiger sei das richtige Umfeld. „Es hat sich einiges getan um ihn. Man muss nur ganz einfach aufpassen, dass man niemanden verheizt in dem Alter.“
Sportlich sieht Fink dennoch enormes Potenzial. Wenn Karetsas die nötige Unterstützung erhält und sich vor allem körperlich weiterentwickelt, könne er eine große Karriere hinlegen. „Wenn er gute Laune hat oder den Rückhalt vom Trainer spürt, kann er sein Spiel genießen – und wenn man ihm die Freiheiten lässt, kann er ein Riesen-Fußballer werden.“ Lediglich in einem Bereich sieht der ehemalige Genk-Coach noch Nachholbedarf: „Die Zweikampfstärke muss er sich noch erarbeiten.“

