Nach der Kritik von DFB-Präsident Bernd Neuendorf erhöht nun auch Hans-Joachim Watzke den Druck auf Gianni Infantino. Der BVB-Boss fordert unmissverständlich dessen Rücktritt als FIFA-Präsident.
Hans-Joachim Watzke hat seine Kritik an FIFA-Präsident Gianni Infantino deutlich verschärft. Der Präsident von Borussia Dortmund und DFB-Vizepräsident fordert inzwischen offen einen Wechsel an der Spitze des Fußball-Weltverbandes. Beim „Big Bang KI Festival“ in Berlin fand der 67-Jährige dafür bei RTL/ntv unmissverständliche Worte: „Er sollte weg. Ohne Wenn und Aber.“
Watzke begründete seine Forderung vor allem mit drei Vorgängen, die in den vergangenen Monaten für Diskussionen gesorgt hatten. Dazu zählt die Vergabe eines FIFA-Friedenspreises an US-Präsident Donald Trump. Dass Infantino einen solchen Preis ins Leben gerufen und vergeben habe, stößt bei Watzke auf Unverständnis. „Du kannst dir ja nicht selber was ausdenken und verkündest das dann, das ist Wahnsinn“, erklärte der BVB-Boss.
Auch der Umgang der FIFA mit der Sperre des US-Nationalspielers Folarin Balogun sorgte für Kritik. Dessen Sanktion war während der Weltmeisterschaft aufgehoben worden. Watzke kritisierte dabei insbesondere den Einfluss, den politische Interventionen auf sportliche Entscheidungen haben könnten.
BVB-Boss Watzke kritisiert Infantino
Für weiteren Ärger sorgten Infantinos inzwischen aufgegebene Pläne, einen Teil der kommerziellen Rechte an FIFA-Wettbewerben an einen privaten Investor zu verkaufen. Im Raum standen dabei rund 20 Milliarden US-Dollar für einen Anteil von 20 Prozent. Nach Watzkes Darstellung waren wichtige Entscheidungsträger innerhalb des Weltverbandes über das Vorhaben nicht informiert worden.

Den Sinn eines solchen Geschäfts stellt der Dortmunder ebenfalls grundsätzlich infrage. „Eine WM läuft wie geschnitten Brot. Warum willst du da Investoren?“, fragte Watzke. Die FIFA verfüge bereits über erhebliche finanzielle Mittel und sei deshalb nicht auf externe Geldgeber angewiesen.
Damit erhöht sich der Druck auf Infantino weiter. Bereits DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte sich zuletzt deutlich vom Schweizer distanziert. Auch aus anderen europäischen Verbänden kommt Widerstand. Infantino führt die FIFA seit 2016 und hält bislang an seinen Zukunftsplänen fest. Beim FIFA-Kongress im März 2027 in Rabat will er sich erneut zur Wahl stellen und eine weitere Amtszeit bis 2031 anstreben.

