Nach dem Supercup gegen den FC Bayern übt Stefan Effenberg deutliche Kritik an Serhou Guirassy. Gleichzeitig hebt er einen anderen BVB-Stürmer besonders hervor.
Im Dortmunder Angriff könnte sich zum Start der neuen Bundesliga-Saison ein spannender Konkurrenzkampf entwickeln. Während Serhou Guirassy eigentlich als erste Wahl im Sturmzentrum gilt, hat sich Fábio Silva mit seinem Auftritt gegen den FC Bayern erneut empfohlen. Stefan Effenberg sieht die Situation offenbar ähnlich – und äußerte deutliche Kritik an Guirassy.
Der ehemalige Nationalspieler zweifelt vor allem daran, ob der Guineer in jeder Partie die notwendige Einstellung auf den Platz bringt. „Bei Guirassy denke ich immer: ‚Ist er immer mit 100 Prozent Herz dabei?‘ Das habe ich gestern in der ersten Halbzeit nicht erkennen können“, sagte Effenberg im SPORT1-Doppelpass. Anlass für seine Aussagen war das Supercup-Duell zwischen Dortmund und Bayern.
Bei der 1:2-Niederlage konnte Guirassy kaum Akzente setzen und verbuchte lediglich 13 Ballkontakte. Nach 63 Minuten nahm der BVB seinen Mittelstürmer vom Feld und brachte Silva. Der Wechsel zahlte sich aus: Der Portugiese sorgte wenig später für den Dortmunder Anschlusstreffer und hinterließ damit auch bei Effenberg Eindruck. Dessen Wertschätzung für Silva geht allerdings über diese eine Partie hinaus.
Guirassy unter Druck? Silva will beim BVB mehr Spielzeit
„Ich finde schon, dass Silva das auch schon im letzten Jahr gut gemacht hat. Immer wenn er gebraucht wurde, war er gefährlich und hatte eine gute Quote“, erklärte der 58-Jährige. Für Effenberg verfügen ohnehin nur wenige Mannschaften über einen Ersatzstürmer mit vergleichbarer Qualität.

Ob Silva diese Rolle in Dortmund weiterhin ausfüllen wird, ist jedoch noch nicht entschieden. Ein Abschied während der Transferphase steht weiterhin im Raum. Auch der Angreifer selbst konnte nach dem Bayern-Spiel keine Klarheit schaffen: „Ich weiß nicht, was passieren wird.“ Klarer äußerte sich Silva dagegen zu seinen sportlichen Vorstellungen. Der 24-Jährige möchte häufiger von Beginn an spielen und versteht sich nicht ausschließlich als klassischer Mittelstürmer. „Ich bin keine normale Neun, eine 9,5“, sagte er über sein eigenes Profil.
Für den BVB ergibt sich damit eine interessante Konstellation: Guirassy besitzt grundsätzlich die Rolle des gesetzten Angreifers, während Silva mit Leistung auf mehr Einsatzzeit drängt. Effenbergs Aussagen dürften die Diskussion um die Dortmunder Sturm-Hierarchie zusätzlich befeuern.

