Last-Minute-Schock! BVB fliegt nach 1:4 in Bergamo aus der Champions League

Borussia Dortmund ist raus aus der Champions League. Mit einer 1:4 (0:2)-Niederlage bei Atalanta Bergamo gab der BVB seinen 2:0-Vorsprung aus dem Play-off-Hinspiel noch aus der Hand. Scamacca nach fünf Minuten, Zappacosta (45.) und Pasalic (57.) stellten auf 3:0. Adeyemi verkürzte in der 75. Minute auf 3:1. In der achten Minute der Nachspielzeit verwandelte der Ex-Herthaner Samardzic einen Foulelfmeter zum Endstand.

Der Kapitän kehrte zurück. Can rückte nach dem 2:2 in Leipzig genauso in die Dortmunder Startelf wie Brandt. Auf die Bank setzten sich Youngster Reggiani sowie Sabitzer.

Bergamo versuchte von Beginn an, Druck aufzubauen. Die erste Chance gehörte dann auch den Italienern. Kolasinac bediente in der vierten Minute auf links Zalewski, dessen Schuss auf das lange Eck Kobel jedoch entschärfte.

Doch in der Folgeminute war die Nummer eins des BVB geschlagen. Beim Versuch, eine Flanke von Bernasconi zu entschärfen, legte Bensebaini unfreiwillig auf Scamacca vor. Der Mittelstürmer der Hausherren staubte aus kurzer Entfernung problemlos zum 1:0 ab.

Zwar ebbte der Druck der Schwarz-Blauen nach einer Viertelstunde ein wenig ab. Doch die Dortmunder hatten große Schwierigkeiten, ihr Offensivspiel aufzuziehen. Brandt und Guirassy wurden mit hohen Bällen gesucht, die sie aber nicht festmachen konnten.

Stattdessen sorgte erneut Bergamo für Gefahr. Scamacca legte auf Zalewski ab, dessen Abschluss Kobel um den rechten Pfosten drehte (24.). Dann meldete sich auch die Borussia in der Partie an. Zunächst setzte Guirassy einen Kopfball nach Beier-Flanke knapp am Tor vorbei (27.), anschließend bediente erneut Beier Brandt, der jedoch an Carnesecchi scheiterte (29.).

Die Nerazzurri kamen häufig über die Außenpositionen zu guten Szenen. Scalvini lief unbedrängt in den Dortmunder Sechzehner, fand mit seinem Zuspiel aber lediglich Bensebaini (35.). Der quirlige Zalewski sorgte stets für Unruhe. Er versetzte Can und zielte mit einem Schlenzer jedoch zu hoch (37.).

Die Hoffnung, mit nur einem Tor Rückstand in die Pause zu gehen, zerschlug sich. Eine Faustabwehr von Kobel fiel Zappacosta vor die Füße, der nicht lange fackelte. Bensebaini fälschte die Kugel unhaltbar für Kobel zum 2:0 für Bergamo ab (45.).

Doppelter Platzverweis in der Nachspielzeit

BVB vs. Atalanta
Foto: IMAGO

Ohne personelle Wechsel begann der BVB den zweiten Durchgang – und erspielte sich gleich eine Torchance. Guirassy zog aus der Drehung ab. Carnesecchi tauchte blitzschnell ab und parierte aufmerksam (49.). Zwar ging die Fahne hoch, doch die Szene wäre sicherlich auf den Prüfstand gekommen.

Das hätte das 2:1 sein können. Beier lief auf rechts auf und davon. Sein Schuss aufs lange Eck klatschte jedoch nur gegen den Pfosten (54.). Die Schwarz-Gelben ließen die Chance liegen, Bergamo nutzte sie. De Roon setzte sich auf der linken Seite durch und flankte auf Pasalic, der zum 3:0 einköpfte (57.).

Der BVB hatte sich allerdings noch nicht aufgegeben. Erst verstolperte Guirassy nach Zusammenspiel mit Chukwuemeka noch, aber dann schnappte sich Adeyemi den Ball und schlenzte ihn zum 1:3 ins Netz (75.).

Der Treffer gab den Gästen Auftrieb. Die Elf von Niko Kovac zeigte sich nun viel aktiver. Und hätte fast das vierte Tor hinnehmen müssen. Samardzic verlud im Strafraum Bensebaini und verzog mit seinem starken linken Fuß nur knapp (82.).

Die Begegnung hatte Kraft gekostet. Beide Teams spielten nicht mehr konsequent auf den nächsten Treffer.

In der fünften Minute der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse. Kobel spielte den Ball genau auf Samardzic. Dessen Flanke wollte Bensebaini im eigenen Strafraum mit der Hacke klären, traf dabei aber auch Krstovic am Kopf. Schiedsrichter Sanchez Martínez entschied nach Ansicht der Bilder auf Strafstoß. Samardzic nagelte die Kugel rechts oben unter den Querbalken (90.+8). Bensebaini sah Gelb-Rot, Schlotterbeck auf der Bank glatt Rot.

Fazit: Bergamo machte von Beginn an Druck. Die Italiener kamen immer wieder über die Außen gefährlich in den Dortmunder Sechzehner. Dem BVB gelang es lediglich, die Partie Mitte der ersten Hälfte ausgeglichen zu gestalten. Atalanta spielte eine Stunde lang bärenstark. Die Einwechslungen von Adeyemi und Chukwuemeka brachten die Borussia zurück. Dann folgte das Desaster in der Nachspielzeit.

BVB: Kobel – Can, Anton, Bensebaini – Ryerson (70. Yan Couto), Bellingham (70. Adeyemi), Nmecha, Svensson – Brandt (60. Chukwuemeka), Beier (60. Fabio Silva) – Guirassy

Bergamo: Carnesecchi – Scalvini (77. Djimsiti), Hien, Kolasinac (73. Ahanor) – Zappacosta, de Roon, Pasalic, Bernasconi – Samardzic, Zalewski (85. Sulemana) – Scamacca (72. Krstovic)

Tore: 1:0 Scamacca (5.), 2:0 Zappacosta (45.), 3:0 Pasalic (57.), 3:1 Adeyemi (75.), 4:1 Smardzic (90.+8, Foulelfmeter)

Rot: – / Schlotterbeck (90.+7)

Gelb-Rot: – / Bensebaini (90.+8)

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