Presseschau Atalanta Bergamo vs. BVB: „Desolat und erschreckend bei Blamage“

Nach dem 1:4 bei Atalanta Bergamo ist die Europapokal-Saison für Borussia Dortmund beendet. Der 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel war nur scheinbar komfortabel, schon nach 45 Minuten aufgebraucht. Adeyemis Treffer lässt nur kurz auf die Verlängerung hoffen, bis Gregor Kobel patzt. So sah die Presse den Verlauf der Partie in Italien.

Ein „Horror-Tag für Bensebaini und Kobel“ sei es gewesen, titelt die Sportschau. Dennoch trage der an allen vier Gegentoren beteiligten Algerier natürlich nicht die Alleinschuld an der Pleite. Vielmehr habe bei allen BVB-Spielern „eine kaum erklärbare Passivität in den Zweikämpfen“ geherrscht. Und: „Erstaunlich war dabei, dass Dortmund immer wieder nach dem gleichen Muster in Probleme geriet, die auch Leipzig am vergangenen Samstagabend in der Bundesliga aufgedeckt hatte.“ Nun werde spannend, wie man mit diesem Rückschlag umgeht. In der Bundesliga lief es zuletzt schließlich bis auf die leichte Delle in Leipzig hervorragend.

Nach einem „schwachen Auftritt“ habe ein „krasser Fehlpass“ von Gregor Kobel zum dramatischen Ausgang in Bergamo geführt, heißt es in der FAZ. Die frühe Führung habe die Hausherren beflügelt, Rückkehrer Emre Can konnte der Abwehr keine Sicherheit geben. „Viel zu brav“ sei der BVB aufgetreten, habe in der Offensive nur sehr wenig zu bieten gehabt.

BVB vs. Atalanta
Foto: IMAGO

Mannschaft des BVB zu überheblich?

Als „desolat“ beschreibt die Welt den BVB bei der „Blamage von Bergamo“. Ausgeschieden sei man „auf erschreckende Art und Weise“. „Der BVB war phasenweise so klar unterlegen, dass es seinen Fans fast schon wehtat.“ Borussia Dortmund zeigte sich „nur bedingt abwehrbereit, unkonzentriert bis an die Grenze der Überheblichkeit.“ Schon zu Beginn sei der BVB „regelrecht überrannt“ worden, was die Frage aufwerfe, ob die Spieler Bergamo nach dem Hinspiel überhaupt noch ernst genommen hätten. Genau diese Mentalitätsdebatten sollten eigentlich der Vergangenheit angehören, hatte man in Dortmund gehofft. Ebenso stehe nun die Frage im Raum, ob der Kader überhaupt gut genug sei, um in der Champions League zu bestehen. Die vielen Gegentore in dieser CL-Saison sprächen nicht dafür.

Im Hexenkessel von Bergamo habe die Partie wie das Hinspiel begonnen – nur spiegelverkehrt, bemerkt die WAZ. Die frühe Führung machten den BVB „nervös mit zittrigen Füßen.“ Größtenteils „desaströs“ sei die Vorstellung gewesen, Atalanta habe den BVB „förmlich erdrückt“. Der 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel erwies sich als trügerisch. Der BVB verspielte nach dem Aus im DFB-Pokal somit das nächste Saisonziel.

„Wegen einer schwachen ersten Halbzeit und diesem kapitalen Fehler am Ende“ ist das Ausscheiden auch für den kicker: „absolut verdient“.

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