Interne Konflikte beim BVB? Sammer spricht über das Kehl-Aus

Borussia Dortmund hat sich überraschend von Sportdirektor Sebastian Kehl getrennt. Matthias Sammer spricht nun offen über die Gründe – und findet klare Worte zur Entscheidung und zum Nachfolger.

Nach dem überraschenden Ende der Zusammenarbeit zwischen Borussia Dortmund und Sportdirektor Sebastian Kehl hat sich BVB-Berater Matthias Sammer ausführlich zu den Hintergründen geäußert – und dabei vor allem interne Spannungen angedeutet.

„Ich glaube, dass es richtig war, sich zu trennen“, erklärte Sammer im Gespräch mit Sky und machte deutlich, dass sich beide Seiten zuletzt auseinanderentwickelt hätten. „Beide Parteien waren nicht mehr so nah beieinander“, so der 58-Jährige weiter. Die Trennung sei daher aus seiner Sicht konsequent gewesen.

Als einen zentralen Punkt nannte Sammer die zunehmenden Reibungen innerhalb der Führungsriege. In einem großen Klub sei es normal, dass mehrere Personen Verantwortung tragen – doch genau hier habe es gehakt: „Da hat man sich ein bisschen aneinander abgearbeitet“, sagte der Europameister von 1996 und deutete damit interne Konflikte an.

Vor allem im Zusammenspiel mit Sport-Geschäftsführer Lars Ricken soll es Differenzen gegeben haben, wie unter anderem die BILD berichtete. Zudem spielte offenbar auch eine Rolle, dass Kehl selbst Ambitionen auf eine höhere Position im Klub hatte, die letztlich nicht erfüllt wurden.

Sammer über Kehl: Versöhnliche Worte nach BVB-Aus

Trotz des abrupten Endes fand Sammer versöhnliche Worte für den ehemaligen BVB-Kapitän. „Sebastian sollte jetzt ein bisschen durchschnaufen. Er wird eine gute Position finden“, sagte er und betonte, dass solche Entwicklungen im Fußball nicht ungewöhnlich seien: „Manchmal kommt die Zeit, in der es nicht mehr passt und Reibungspunkte entstehen.“

Sebastian Kehl
Foto: IMAGO

Die Dortmunder reagierten schnell auf den Abgang und präsentierten mit Nils-Ole Book einen externen Nachfolger. Sammer war in den Entscheidungsprozess eingebunden und zeigte sich von der Wahl überzeugt. „Als ich das dann alles zusammengetragen habe, habe ich gesagt: Lars, es ist eine fantastische Idee“, berichtete er.

Besonders wichtig sei dem Verein neben fachlicher Kompetenz vor allem die Persönlichkeit gewesen. Teamfähigkeit habe bei der Entscheidung eine zentrale Rolle gespielt. Sammer lobte Book daher ausdrücklich: „Dieses Prädikat der Teamfähigkeit und Persönlichkeiten neben der Expertise zu haben, war dem Klub sehr, sehr wichtig.“ Dass der 40-Jährige bislang noch keine großen Titel vorweisen kann, sieht Sammer nicht als Problem – im Gegenteil: „Dann bin ich mal mutig und sage, das wird er mit uns bald bekommen.“

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