„Macht doch euren Scheiß allein“: Watzke wollte beim BVB hinwerfen

Nach 20 Jahren beim BVB dachte Hans-Joachim Watzke plötzlich ans Hinwerfen. Intrigen vor der Präsidentenwahl hatten ihn schwer getroffen.

Hans-Joachim Watzke hat rund um seine Wahl zum Präsidenten von Borussia Dortmund offenbar ernsthaft über einen Rückzug nachgedacht. Der langjährige BVB-Geschäftsführer berichtet in der Sky-Sendung Meine Geschichte, wie sehr ihn die Auseinandersetzungen innerhalb des Vereins im vergangenen Jahr belasteten.

„So wie es dann gelaufen ist, dass die eine oder andere Intrige auch gegen mich gelaufen ist, war es ein schweres Jahr für mich, also das schwerste von den 20 Jahren“, sagt Watzke rückblickend. Ausgestrahlt wird die Sendung am Freitagabend (11. September) um 23.15 Uhr. Im Zentrum der damaligen Unruhe stand die Nachfolge an der Vereinsspitze. Watzke hatte angekündigt, sich im Oktober 2025 nach zwei Jahrzehnten aus der Geschäftsführung zurückzuziehen.

Wenige Wochen später wollte er sich zum Präsidenten wählen lassen. Obwohl er zunächst als klarer Kandidat für das Amt galt, kündigte der damalige Übergangspräsident Reinhold Lunow überraschend eine eigene Kandidatur an. Es entwickelte sich ein öffentlicher Machtkampf, ehe Lunow schließlich zurückzog.

Hans-Joachim Watzke wollte BVB-Kandidatur zurückziehen

Vor allem die Widerstände aus dem eigenen Verein hätten Watzke getroffen. „Weil bestimmte Leute einfach verhindern wollten, dass ich Präsident wurde!“, erklärt der 67-Jährige. Nach 20 Jahren beim BVB habe ihn diese Situation besonders beschäftigt. Zugleich betont er: „Ich war nie ein Diktator.“

Hans-Joachim Watzke
Foto: IMAGO

Wie groß sein Frust tatsächlich war, zeigte sich unmittelbar vor der Mitgliederversammlung am 25. November. Watzke erwog nach eigener Darstellung noch kurz vor seinem Auftritt, seine Kandidatur zurückzuziehen. „Eigentlich tobte alles in mir zu sagen: Macht doch euren Scheiß allein!“, erinnert sich der heutige Präsident. Auf dem Weg zur Bühne änderte er jedoch seine Haltung. „Der Grad der Empörung ist dann jedem Meter dem Grad der Verantwortung gewichen.“ Watzke trat zur Wahl an und gewann – allerdings mit lediglich 59 Prozent der Stimmen.

Von 2005 bis 2025 hatte Watzke als Geschäftsführer die Geschicke des BVB maßgeblich geprägt. In dieser Zeit führte er den finanziell schwer angeschlagenen Klub aus der Krise und begleitete anschließend eine sportlich erfolgreiche Ära. Neben seinem Präsidentenamt in Dortmund bekleidet Watzke auch führende Funktionen im deutschen Fußball.

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