Ex-BVB-Star erhält besondere Auszeichnung

Marcel Groß

Seit seinem ablösefreien Wechsel in die Niederlande trifft ein ehemaliger Dortmunder Edeltechniker nach Belieben – und wird nun sogar offiziell für seine Treffsicherheit ausgezeichnet.

Ex-BVB-Star Julian Brandt hat das Tor des Monats September von Ajax Amsterdam geschossen. Das berichtet der Klub auf seiner offiziellen Website. Mit gleich zwei eigenen Treffern belegte der deutsche Offensivspieler bei der Wahl sowohl den ersten als auch den zweiten Platz. Am Ende setzte sich sein Tor gegen Fortuna Sittard bei den Fans nur knapp gegen seinen Treffer gegen Willem II durch. Die Auszeichnung, bekannt als Lasse-Schöne-Trophäe, überreichte man Julian Brandt bereits am Mittwoch direkt im Anschluss an das Training.

Den prämierten Treffer erzielte Julian Brandt beim deutlichen 5:1-Auswärtssieg am sechsten Spieltag der Eredivisie bei Fortuna Sittard. Bereits in der 35. Minute setzte der ehemalige BVB-Profi den entscheidenden Startschuss für den klaren Erfolg seiner Mannschaft. Auf Höhe der Strafraumkante nahm er einen zurückspringenden Ball zunächst gekonnt mit der Brust an, ehe er das Spielgerät mit links direkt in den Winkel wuchtete – ein technisch anspruchsvoller Treffer, der auch die eigenen Fans restlos begeisterte.

Dass ausgerechnet dieser Treffer zum Tor des Monats gewählt wurde, passt zur bisherigen Entwicklung von Julian Brandt in Amsterdam. Im Sommer hatte sich der Offensivspieler nach sieben gemeinsamen Jahren ablösefrei von Borussia Dortmund verabschiedet, nachdem sein Vertrag beim BVB nicht mehr verlängert worden war. In seiner neuen sportlichen Heimat lieferte der inzwischen 30-Jährige von Beginn an ab: In seinen ersten zehn Pflichtspielen für die Amsterdamer erzielte Julian Brandt bereits fünf Tore, sein Treffer gegen Fortuna Sittard war dabei schon sein viertes Tor – erzielt in gerade einmal seinem neunten Einsatz für den Klub.

Auch sein Trainer Miguel Ángel Sánchez Muñoz geriet angesichts dieser Form ins Schwärmen. Nach dem 5:1-Erfolg gegen Willem II Tilburg, bei dem Julian Brandt ebenfalls getroffen hatte, lobte der Ajax-Coach seinen deutschen Neuzugang in höchsten Tönen: „Er ist ein unglaublicher Fußballer.“ Besonders die positive Wirkung auf seine Mitspieler hob der Trainer dabei hervor: „Es ist sicherlich kein Zufall, dass die Spieler um ihn herum besser spielen.“ Für Miguel Ángel Sánchez Muñoz steht fest, dass der Ex-BVB-Star seiner gesamten Mannschaft eine neue Dynamik verleiht.

Ex-BVB-Star Julian Brandt hat DFB-Nominierung als Ziel

Trotz dieser beeindruckenden Form blieb Julian Brandt bei der ersten Kadernominierung des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp Mitte September außen vor. Dabei hatte der Offensivspieler zu diesem Zeitpunkt bereits mehr Torbeteiligungen gesammelt als etwa Jamal Musiala vom FC Bayern München oder Florian Wirtz vom FC Liverpool – beide wurden nominiert. Generell hatte Julian Brandt seit Saisonstart mehr Scorerpunkte gesammelt als jeder andere deutsche Spieler auf seiner Position. Dass er keinen Anruf erhalten würde, überraschte den 30-Jährigen allerdings selbst kaum. Gegenüber dem „Kicker“ erklärte er nach einem Ligaspiel offen: „Ich war schon ziemlich lange außen vor – zwei Jahre, glaube ich.“ Seinen Traum von einer Rückkehr ins Nationaltrikot hat er dennoch nicht aufgegeben, wie er betonte, auch wenn es diesmal nicht geklappt habe: „Ich mache einfach weiter.“

Julian Brandt
Foto: IMAGO

Für zusätzliches deutsches Kolorit beim Kantersieg in Sittard sorgte neben Julian Brandt auch Thilo Kehrer. Der von der AS Monaco ausgeliehene Innenverteidiger feierte dabei sein Startelfdebüt für Ajax und war per Kopfball sowie mit einer Vorlage direkt an zwei weiteren Toren seiner Mannschaft beteiligt.

Mit dem Tor des Monats September untermauert Julian Brandt nun also auch offiziell, wie stark sein Start in den Niederlanden bislang verlaufen ist. Für den BVB dürfte die Entwicklung seines ehemaligen Vize-Kapitäns durchaus bittersüß sein: Sportlich zeigt Julian Brandt bei Ajax Amsterdam eine Form, die ihn selbst für die Nationalmannschaft ins Gespräch bringt – ausgerechnet nachdem sich die Wege mit Borussia Dortmund im Sommer getrennt hatten.

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