Top-Star hat klaren Wunsch: BVB im Rennen um Brasilien-Stürmer

Marcel Groß

Ein unzufriedener Offensivspieler von Real Madrid drängt auf einen Abschied – und mehrere Spitzenklubs aus ganz Europa, darunter auch der BVB, sollen die Situation längst aufmerksam verfolgen.

Borussia Dortmund soll sich für einen möglichen Transfer von Endrick interessieren. Diese Information verbreitete der spanische Journalist Juan Jesus über die Plattform X. Demnach rückt ein Abschied des brasilianischen Angreifers von den Königlichen bereits im laufenden Winterfenster in greifbare Nähe. Die besten Karten im Poker um den 20-Jährigen hat aktuell der AC Mailand, der sich klar an der Spitze der Interessenten positioniert hat. Daneben richten jedoch auch zahlreiche andere Vereine ihr Augenmerk auf den Stürmer, allen voran Manchester United aus England sowie eben Borussia Dortmund.

Ein genauerer Blick auf die Vorstellungen im Lager von Endrick offenbart, wie konkret die Ausstiegspläne bereits sind. Seine Berater verfolgen eine klare Linie: Entweder soll ein kompletter, endgültiger Wechsel noch in diesem Winter gelingen, oder eine Ausleihe mit fest vereinbarter, verpflichtender Kaufoption. Eine bloße Zwischenstation, nach der im Sommer erneut die Vereinssuche von vorne beginnen müsste, lehnt das Umfeld des Brasilianers kategorisch ab.

Ausschlaggebend für diese kompromisslose Position ist der wachsende Unmut des Angreifers über seine Lage beim Top-Klub aus dem spanischen Oberhaus. Als eigentlichen Auslöser für seinen Entschluss gilt dabei der jüngste Transfer von Carlos Espí, den Endrick als deutliche Geringschätzung seiner eigenen Fähigkeiten und seines Entwicklungspotenzials empfindet.

Diese Enttäuschung lässt sich mit einem Blick auf seine Einsatzstatistik dieser Saison durchaus nachvollziehen. Von neun möglichen Pflichtspielen stand Endrick bislang nur in einer einzigen Partie überhaupt auf dem Rasen – und das gerade einmal vier Minuten lang. Für einen Spieler, der einst mit riesigen Vorschusslorbeeren nach Madrid wechselte, eine bittere Bilanz.

Rund 47,5 Millionen Euro ließen sich die Königlichen die Verpflichtung von Palmeiras im Sommer 2024 kosten. Seither bestritt der Brasilianer 41 Partien im Trikot von Real Madrid und kam dabei auf sieben Treffer sowie eine Vorlage. Um ihm mehr Praxis zu verschaffen, schickte ihn der Klub im Januar dieses Jahres für die restliche Saison auf Leihbasis zu Olympique Lyon. Dort zeigte sich ein völlig anderes Bild: In 21 Einsätzen für die Franzosen gelangen Endrick acht Tore und ebenso viele Vorlagen – Zahlen, die sein tatsächliches Können eindrucksvoll belegen.

Obwohl diese Leihe sportlich überzeugte, kehrte der Stürmer im Sommer zu Real Madrid zurück, findet dort aber weiterhin kaum Beachtung. Eigentlich bindet ihn sein Vertrag noch bis 2030 an den Klub, was einen Abgang theoretisch kompliziert machen würde. Angesichts der unmissverständlichen Forderungen seines Managements sowie seiner eigenen wachsenden Unzufriedenheit erscheint ein Abschied dennoch realistisch.

BVB-Transfer von Endrick unwahrscheinlich

So reizvoll sich ein Transfer auf den ersten Blick liest, so gering stehen die Chancen auf einen tatsächlichen Wechsel von Endrick zum BVB. Das liegt keineswegs nur an der Vormachtstellung des AC Mailand in diesem Transferpoker. Entscheidender dürfte die Kaderstruktur der Dortmunder im Angriff sein: Mit Serhou Guirassy und Fabio Silva besitzt der Klub bereits zwei Optionen für die Mittelstürmerposition, die aktuell keinen akuten Bedarf erkennen lassen. Serhou Guirassy durchlebt derzeit erneut eine ausgezeichnete Phase, während sich Fabio Silva als Einwechselspieler immer stärker etabliert und regelmäßig überzeugt. Sollte zusätzlicher Bedarf entstehen, stünden zudem mit Mathis Albert und Samuele Inacio zwei weitere Alternativen für diese Position bereit. Ein Blick in die Jugend des BVB ist dabei noch al vielversprechender. Mit Bjarki Gardarsson haben die Schwarz-Gelben das nächste Top-Talent auf der Stürmerposition in ihren eigenen Reihen, welches in der Jugend regelmäßig trifft. Ein Transfer von Endrick würde die Entwicklung dieser Youngster behindern.

Endrick
Foto: IMAGO

Unter diesen Voraussetzungen könnte der BVB Endrick kaum die Spielanteile zusichern, die er für seine persönliche Weiterentwicklung eigentlich sucht. Ausgerechnet dieser Mangel an garantierter Spielzeit war schließlich der zentrale Auslöser für seinen Wunsch, Real Madrid zu verlassen – ein Engagement in Dortmund würde an dieser Grundproblematik wenig ändern. Erschwerend kommt die finanzielle Seite hinzu: Real Madrid dürfte eine Ablösesumme verlangen, die sich der BVB ohne vorherige Transfererlöse kaum leisten könnte.

Unterm Strich bleibt die Personalie Endrick für Borussia Dortmund damit vor allem ein medial kursierender Name, ohne dass sich daraus ein greifbares Transferszenario ableiten lässt. Die scharfe Konkurrenz um den Brasilianer, die bereits gut aufgestellte eigene Offensive sowie die hohe zu erwartende Ablöse sprechen klar gegen einen Wechsel. Wie sich die Zukunft von Endrick letztlich gestaltet, bleibt spannend zu beobachten – ein Engagement beim BVB zählt nach derzeitigem Stand aber eher zu den unwahrscheinlichen Optionen unter den interessierten Klubs.

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