Die Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund war lange ein sensibles Thema. Im vergangenen Winter sorgte das Zögern des Innenverteidigers immer wieder für Diskussionen. Ein BVB-Insider hat nun von einem sehr emotionalen Telefonat mit dem Nationalspieler berichtet. Dabei wurde deutlich, worauf es Schlotterbeck bei seiner Zukunftsentscheidung tatsächlich ankam: nicht allein auf das Gehalt, sondern vor allem auf die sportlichen Perspektiven.
Auslöser des Gesprächs war offenbar ein kritischer Kommentar von Michael Makus zur Hängepartie um Schlotterbecks Vertrag. In einem Artikel aus dem vergangenen Winter hatte er Schlotterbeck aufgefordert, „in die Pötte zu kommen“, und den Eindruck vermittelt, dass die anhaltende Ungewissheit zu einem Unruheherd beim BVB werden könnte.
Der Abwehrspieler meldete sich daraufhin persönlich und beschwerte sich über die Wortwahl. Er habe sogar die Sorge geäußert, dass dadurch die Südtribüne gegen ihn aufgebracht werde.
Makus schilderte das Telefonat als „sehr emotional“. Schlotterbeck habe sich zunächst angegriffen gefühlt, im weiteren Verlauf sei das Gespräch aber deutlich angenehmer geworden.
Dabei ging es auch um die Frage, weshalb der 26-Jährige seine Unterschrift noch nicht gesetzt hatte. Der Verteidiger habe durchaus eingeräumt, dass Geld eine Rolle spiele und er sich auch mit möglichen Optionen bei europäischen Topklubs wie Bayern München oder Real Madrid beschäftige.
Schlotterbeck wollte einen titelreifen BVB-Kader
Entscheidend sei für den Nationalspieler jedoch ein anderer Punkt gewesen: die sportliche Qualität der Mannschaft. Schlotterbeck habe dem Insider glaubwürdig vermittelt, dass er beim BVB einen Kader sehen wolle, mit dem tatsächlich Titel gewonnen werden können. Er wolle eine Mannschaft, in der er selbst ein zentraler Baustein ist und die gemeinsam um Erfolge spielen kann.
Diese Erwartungshaltung passt zu seiner späteren Begründung für den Verbleib in Dortmund. Am 10. April 2026 verlängerte Schlotterbeck seinen ursprünglich bis 2027 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2031.
Bei der offiziellen Bekanntgabe erklärte er: „Die Verantwortlichen haben mir einen guten Plan aufgezeigt und ich weiß, was ich an dem Verein habe.“ Sein Ziel sei es, „gemeinsam mit Borussia Dortmund Titel zu gewinnen“.
Book brachte die Verlängerung über die Ziellinie
Der Weg zur Unterschrift war allerdings kompliziert. Schlotterbeck hatte zuvor bereits mit dem damaligen Sportdirektor Sebastian Kehl über einen neuen Vertrag verhandelt. Nach dessen Aus musste der Prozess neu sortiert werden. Der Innenverteidiger äußerte öffentlich, dass die Gespräche mit Kehl weit fortgeschritten gewesen seien und er mit dem Wechsel auf der Sportdirektor-Position erst einmal umgehen müsse.

Letztlich gelang es Lars Ricken und dem neuen Sportdirektor Ole Book, die Verlängerung einzutüten. Ricken schilderte später ein entscheidendes Gespräch: Schlotterbeck, Book und er selbst hätten sich ohne Berater zusammengesetzt und über sportliche Themen gesprochen. Dabei sei es gelungen, dem Abwehrchef die Perspektive des Vereins zu vermitteln.
Der neue Vertrag bis 2031 war schließlich das Ergebnis dieses Prozesses. Eine Ausstiegsklausel für bestimmte Topklubs sorgte zwar anschließend noch für Diskussionen, änderte aber nichts an der grundsätzlichen Entscheidung des Nationalspielers, sich langfristig zum BVB zu bekennen.
