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Nach Verstreichen der Sancho-Deadline: Ist der BVB-Kader 2020/ 21 bereits fix?

Jadon Sancho
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Wochenlang war Trubel um Jadon Sancho, Manchester United und einen möglichen Abgang des englischen Top-Juwels. Um nicht in einen endlosen Transfersommer um den englischen Nationalspieler und eine Rückkehr auf die Insel zu schlittern und die Aufmerksamkeit mehr auf das Sportliche zu richten, haben die Verantwortlichen des BVB eine Deadline für einen Sancho-Abgang gesetzt. Die Verstrich gestern mit Abreise ins Trainingslager nach Bad Ragaz. Sancho wird also bleiben. Steht somit der Kader für die kommende Saison bei Borussia Dortmund bereits?

Mit Jadon Sancho soll alles abgeklärt sein. Einen zweiten Fall Ousmane Dembele, der sich vom BVB zum FC Barcelona streikte (und dort überraschenderweise nur neben dem Platz für Aufregung sorgt), wird es in diesem Sommer nicht geben. Vielmehr hat Jadon Sancho durch eine nicht publik gemachte Verlängerung bereits im vergangenen Jahr seinen Vertrag bis 2023 ausgedehnt. Kein Wunder also, dass sich die Dortmunder Verantwortlichen so souverän und entspannt mit den Transfergerüchten um den Offensivdribbler umgehen.

Nach Ablauf der Frist für Verhandlungen betonte Michael Zorc: “Wir planen mit Jadon. Er wird nächste Saison beim BVB spielen. Diese Entscheidung ist definitiv.” Ole Gunnar Solskjaer, Trainer von Manchester United, wollte das offenbare Scheitern der Bemühungen seiner Red Devils am gestrigen Abend nach dem Erreichen des Europa League Halbfinales nicht kommentierten. “Ich kann mich nicht über Spieler anderer Mannschaften äußern, das wissen Sie, das mache ich nie”, machte der Norweger nach dem knappen 1:0 in der Verlängerung gegen Kopenhagen deutlich.

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Nach Sancho-Verbleib: Keine weiteren Transfers beim BVB?

Michael Zorc und Hans Joachim Watzke hatten nach der Verpflichtung von Jude Bellingham immer wieder betont, dass damit die Shoppingtour des BVB abgeschlossen sei. Außer Jadon Sancho würde die Schwarz Gelben noch verlassen. Dies ist nun nicht der Fall, weitere Verpflichtungen von Borussia Dortmund sind damit wohl vom Tisch, ebenso wie die unzähligen Gerüchte um Neuverpflichtungen. Doch der Einkauf von Neuzugängen ist nur die eine Seite der Medaille auf dem Transfermarkt. Blickt man auf den aktuellen Kader, stehen in diesem 29 Profis, drei Torhüter inklusive. Lucien Favre hat schon in der Vergangenheit betont, dass er gerne mit einem nicht allzu aufgeblähten Kader arbeitet, um hohe Intensität zu garantieren. Drei oder vier BVB-Profis könnten also noch vor dem Abgang stehen, was Michael Zorc doch noch einige Arbeit bescheren wird.

Gerade das defensive Mittelfeld scheint aktuell arg überladen, nach der Verpflichtung von Bellingham umso mehr. Mit dem Neuzugang aus Birmingham, den erfahrenen Axel Witsel, Emre Can und Thomas Delaney sowie dem Talent aus der eigenen Reihe, Tobias Raschl, wird es für Mahmoud Dahoud arg schwer im Konkurrenzkampf um eine der zwei Sechser-Positionen. Selbst Julian Brandt könnte dort noch eingesetzt werden. Dahoud schien zwar in der Rückrunde endlich angekommen beim BVB und zeigte seine besten Leistungen im Schwarz Gelben Trikot, doch bei einem entsprechenden Angebot dürfte er wohl gehen. Flattert dies nicht auf den Schreibtisch von Michael Zorc, wäre Tobias Raschl eventuell ein Kandidat für eine Leihe.

Was passiert mit den letzten beiden Leihrückkehrern Wolf und Passlack?

Sechs Profis hatte der BVB in der vergangenen Saison verliehen, für vier davon wurden bereits dauerhafte Lösungen gefunden. Bleiben noch Marius Wolf und Felix Passlack. Beide werden in Dortmund nicht vom Hof gejagt, dürften sich aber nach einem neuen Klub umsehen. An Marius Wolf soll neben seinem Leihklub Hertha BSC auch sein Frankfurter Ex-Trainer Niko Kovac Interesse zeigen. Der trainiert mittlerweile die AS Monaco. Ein Abgang ist sehr wahrscheinlich. Felix Passlack könnte nach seinem Durchbruch bei Fortuna Sittard nun in Deutschland bleiben, allerdings in der Zweiten Bundesliga. Hannover 96 soll um den Rechtsverteidiger buhlen.

Und was passiert mit Nico Schulz? Der deutsche Nationalspieler wurde im vergangenen Sommer für 25 Mio. Euro von Hoffenheim verpflichtet. Empfehlen konnte er sich in Schwarz Gelb seither nie. In der Viererkette wirkte er defensiv unsicher und offensiv indisponiert. Nach der Umstellung auf Dreierkette lief ihm Raphael Guerreiro endgültig den Rang ab. Als Ersatzmann für den Portugiesen steht noch Routinier Marcel Schmelzer im Kader. Kommt ein akzeptables Angebot für Nico Schulz, wird der BVB ihn wohl abgeben. Ob ein solches allerdings kommt – mehr als fraglich.