DFB-Pokal

Rekord-Teenie Bellingham beeindruckt bei erstem Pflichtspieleinsatz – auch Reyna stark

Jude Bellingham
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Mit 5:0 fegte Borussia Dortmund überforderte Duisburger aus dem DFB-Pokal. Mitverantwortlich und schon in tragenden Rollen eingesetzt waren bei den Schwarz Gelben zwei 17-Jährige: Jude Bellingham und Giovanni Reyna. Beide steuerten ein Tor zu dem lockeren Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals bei. Auf dem Platz wurden sie immer wieder von ihren älteren Teamkollegen gesucht, waren feste Bestandteile der Kombinationen. Lässt Lucien Favre sein Teenie-Duo auch gegen Borussia Mönchengladbach wieder in der Startelf ran?

Noch keine Sekunde hat Jude Bellingham in einem Bundesliga-Spiel für den BVB auf dem Platz gestanden, schon hält er den ersten Rekord im schwarz gelben Trikot. Bei seinem Treffer in der ersten DFB-Pokal Runde gegen den MSV Duisburg war Bellingham genau 17 Jahre und 77 Tage alt. So jung war vor ihm noch kein BVB-Profi in der weit über einhundert Jahre andauernden Klubgeschichte bei seinem ersten Pflichtspieltreffer. Nuri Sahin, der bisherige Rekordhalter als jüngster Torschütze des Vereins, darf zumindest mit Blick auf die Bundesliga aufatmen.

Denn Sahin bleibt mit seinem Tor im Alter von 17 Jahren und 82 Tagen der jüngste Scorer der Geschichte des BVB in der Bundesliga. Bei seinem möglichen Bundesliga-Debüt am Samstag um 18:30 Uhr gegen Borussia Mönchengladbach wird Bellingham ebenfalls 17 Jahre und 82 Tage jung sein. Damit kann er bei einem eigenen Treffer höchstens mit Sahin gleichziehen. Den bisherigen Rekord als jüngster Torschütze im DFB-Pokal hielt übrigens Bellinghams aktueller Teamkollege Giovanni Reyna. Der traf erst im Frühjahr gegen Werder Bremen im Alter von 17 Jahren und 83 Tagen.

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Reyna wird Bellingham nicht böse sein, dass er ihm diesen Rekord abgenommen hat. Zu gut funktionierte das Zusammenspiel der beiden in der Dortmunder Zentrale. Wie selbstverständlich bewegten sich die beiden 17-Jährigen im Mittelfeld durch die Reihen. Die Duisburger Mittelfeldspieler und Verteidiger waren von dieser Dynamik vollkommen überfordert. Bellingham traf nach schöner Hazard-Vorlage. Reyna erzielte sein Tor durch einen direkt verwandelten Freistoß.

Emre Can lobt auch defensive Mitarbeit der jungen Wilden

Neben dem Spielwitz und der Unbeschwertheit, die wohl typisch für das junge Alter und das enorme Talent ist, mit dem Jude Bellingham gesegnet ist, überzeugte der englische U21-Nationalspieler mit enormer Ruhe am Ball. Sein jugendlicher Übermut brach lediglich in einer Szene durch, die mit dem Spiel selbst wenig zu tun hatte. Nach einer missglückten Flanke trat Bellingham aus Ärger über sich einen an der Seitenlinie liegenden Ball so fest gegen die Bande, dass er zurück auf das Feld flog. Die gelbe Karte von Schiedsrichter Robert Kampka war die Folge.

Ein verzeihlicher Fauxpas, betrachtet man die souveräne Leistung über 45 Minuten bei seinem Pflichtspieldebüt für Dortmund. In der Halbzeitpause ersetzte Lucien Favre Bellingham dann durch den routinierteren Thomas Delaney. Seine ersten Lorbeeren hatte sich der 25-Mio.-Neuzugang bis zu diesem Zeitpunkt bereits verdient. Emre Can lobt bei Bellingham und seinen fast ebenso jungen offensiven Mitstreitern Giovanni Reyna, Jadon Sancho oder Erling Haaland aber nicht nur das kreative, offensive Element. Mindestens genauso begeistert zeigte sich der deutsche Nationalspieler, der in der Dreier-Abwehrkette agierte, über den Fleiß in der Defensivarbeit des Quartetts. “Es ist geil, was wir für Kicker in der Mannschaft haben”, ließ Can nach Abpfiff seiner Euphorie freien Lauf. “Wir haben eine überragende Mannschaft mit sehr, sehr jungen Spielern vorne. Aber sie haben auch gut nach hinten gearbeitet – und das ist wichtig für uns.”

Jude Bellingham als Sechser, der in beide Richtungen des Platzes ordentlich ackert, ist dafür das beste Beispiel. Denn neben seinem Tor und seinen dynamischen Antritten bleiben auch zwei harte, typisch englische Grätschen, die in Ballgewinnen nahe des gegnerischen Tors mündeten in Erinnerung.