Nach anhaltender Kritik am Spielstil von Niko Kovac bezieht Hans-Joachim Watzke klar Stellung. Der BVB-Präsident verteidigt den Trainer deutlich und stellt den Erfolg über spektakulären Fußball.
Mit einer klaren Haltung hat sich Borussia Dortmunds Präsident Hans-Joachim Watzke in die anhaltende Diskussion um Trainer Niko Kovac eingeschaltet – und dabei keinen Zweifel daran gelassen, worauf es ihm ankommt: auf Ergebnisse. „Im Fußball geht es ums Gewinnen – und um nichts anderes“, stellte der BVB-Boss unmissverständlich im Interview mit den Ruhr Nachrichten klar.
Damit positioniert sich der 66-Jährige deutlich gegen die Kritik am mitunter wenig spektakulären Spielstil der Dortmunder, der in Teilen der Fanszene immer wieder für Unmut sorgt. Für Watzke ist die Herangehensweise des Trainers vielmehr Ausdruck von Pragmatismus. „Man muss einfach erkennen: Niko wählt den Ansatz, der ihm für den Erfolg am zwingendsten erscheint“, erklärte er. Ob offensiv oder defensiv – entscheidend sei allein, was am Ende Punkte bringe.
Besonders die defensive Stabilität hebt der Klubchef hervor. Die Vielzahl an Spielen ohne Gegentor ist für ihn kein Zufall, sondern ein zentrales Qualitätsmerkmal. „Wir haben jetzt 13-mal zu null gespielt – das ist für mich das Schönste“, sagte Watzke und machte deutlich, dass er knappen Siegen deutlich mehr abgewinnen kann als spektakulären Schlagabtauschen.
BVB-Boss Watzke stellt Ergebnisse über Unterhaltung
Die häufig geforderte Unterhaltung tritt für ihn dabei bewusst in den Hintergrund. „Was wollt ihr eigentlich lieber – ein brillantes 3:3 oder ein knappes, aber souveränes 1:0? Ich sage Ihnen: 80 Prozent gehen zufrieden nach Hause.“ Entscheidend sei letztlich das Ergebnis – und das Gefühl danach. Rückendeckung erhält Kovac von Watzke auch für seinen Umgang mit schwierigen Situationen. Der Trainer habe die Mannschaft in einer komplizierten Phase stabilisiert und dabei Ruhe bewahrt – Eigenschaften, die intern hoch geschätzt werden.

Während die sportliche Entwicklung positiv bewertet wird, blickt Watzke auch auf strukturelle Themen im Verein. Bei der Trennung von Sebastian Kehl habe er selbst bewusst Abstand gehalten. „Ich war froh, diese nicht treffen zu müssen“, räumte er ein und verwies auf die langjährige Zusammenarbeit, die ihm die Situation persönlich erschwert habe.
Auch seine eigene Zukunft hat der langjährige Funktionär bereits klar abgesteckt. Spätestens 2029 will er seine Ämter niederlegen. Dies sei „genau der richtige Zeitpunkt, dann aufzuhören“, so Watzke, der damit einen bewussten Schlusspunkt unter seine Karriere setzen möchte.

