Nach dem teuren Missverständnis mit Yan Couto zieht Borussia Dortmund Konsequenzen. Der BVB hat seine Transfer-Strategie geändert.
Borussia Dortmund zieht offenbar Konsequenzen aus dem kostspieligen Missverständnis mit Yan Couto. Der BVB hat seine Abläufe bei der Kaderplanung angepasst und setzt bei künftigen Transfers verstärkt auf gemeinsame Entscheidungen. Damit sollen teure Fehlgriffe möglichst verhindert werden.
Wie die WAZ berichtet, liegt die Verantwortung für Neuverpflichtungen künftig vor allem bei einem Trio: Sportdirektor Ole Book, Geschäftsführer Sport Lars Ricken und Cheftrainer Niko Kovac. Die drei sollen sich bei möglichen Transfers eng abstimmen und auf Augenhöhe entscheiden. Praktisch bedeutet das: Nur wenn alle Beteiligten von einem Spieler überzeugt sind, soll ein Wechsel vorangetrieben werden. Jeder der drei Verantwortlichen besitzt dem Bericht zufolge eine Art Vetorecht.
Alleingänge einzelner Entscheidungsträger sollen damit der Vergangenheit angehören. Geschäftsführer Carsten Cramer ist ebenfalls stärker in die entsprechenden Prozesse eingebunden, die sportliche Transferplanung konzentriert sich jedoch in erster Linie auf Book, Ricken und Kovac. Als Vorbild dient offenbar unter anderem Kovacs erfolgreiche Zeit bei Eintracht Frankfurt. Dort arbeitete der heutige BVB-Coach bei der Kaderplanung eng mit Fredi Bobic und Bruno Hübner zusammen.
BVB zieht Lehren aus dem Couto-Transfer
Auch in Dortmund gab es während der Ära von Jürgen Klopp ein vergleichbares Modell: Klopp, Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke stimmten sich bei Transfers gemeinsam ab. Warum die Dortmunder nun wieder konsequenter auf geteilte Verantwortung setzen wollen, zeigt der Fall Couto.

Der Rechtsverteidiger kam 2024 zunächst auf Leihbasis von Manchester City und galt als ausdrücklicher Wunschspieler des damaligen Trainers Nuri Sahin. Aufgrund einer vereinbarten Kaufpflicht musste der BVB später rund 25 Millionen Euro für den Brasilianer zahlen – zu einem Zeitpunkt, als Sahin bereits nicht mehr Trainer war.
Unter Kovac spielte Couto anschließend keine entscheidende Rolle mehr. Inzwischen wurde er an Como 1907 verliehen. Der Serie-A-Klub soll zwei Millionen Euro Leihgebühr zahlen und verfügt über eine Kaufoption in Höhe von 20 Millionen Euro. Ein vergleichbares Szenario möchte Dortmund künftig vermeiden. Durch die neue Struktur soll ein Transfer nicht mehr zu stark von den Vorstellungen einer einzelnen Person abhängen – und damit auch einen möglichen Trainerwechsel besser überstehen.

