„Nur für Messi umsetzbar“: BVB zieht Lehren aus Fall Moukoko

Eine große Karriere schien vorprogrammiert. Doch irgendwann kam Youssoufa Moukoko (21) vom Weg des Erfolges ab. Aktuell kickt das einstige Dortmunder Jahrhunderttalent auf Leihbasis für Süper-Lig-Aufsteiger Corum FK.

Im Herbst 2022 schien Moukoko der Durchbruch gelungen zu sein. Er traf gegen Schalke 04, netzte gegen den FC Bayern und schnürte gegen den VfL Bochum einen Doppelpack. Diese Gala-Auftritte bescherten ihm im Winter das Ticket zur Weltmeisterschaft. Doch vier Jahre später ist der Stürmer meilenweit von einem Platz im Kader von Jürgen Klopp (59) entfernt.

Beim Tabellenelften der Süper Lig kommt Moukoko nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. In seiner Bilanz stehen bislang drei Kurzeinsätze. Zuvor hatte er den FC Kopenhagen nach torlosem Saisonbeginn verlassen.

Bei Borussia Dortmund sucht man die Ursachen für die Krise des einstigen Top-Talents. Bei einem Medientermin auf dem BVB-Trainingsgelände äußert sich NLZ-Direktor Paul Schaffran (39) zur Situation des zweimaligen Internationalen. „Wenn ich Youssoufa Moukoko jetzt in der Akademie hätte, würden wir vor allem darauf achten, ob sich der Spielstil, den der Spieler im Jugendbereich an den Tag legt, auf eine Profimannschaft übertragen lässt“, zitiert Sky Sports den BVB-Verantwortlichen.

„Einen besseren Spieler bekommen“

Schaffran sieht den Grund für Moukokos Krise in dessen Entwicklung: „Er erzielte in der Jugend 50 bis 60 Tore pro Saison.“ Aber fast die Hälfte davon, „indem er den Ball im Mittelfeld annahm und einfach ganz allein durchlief“. Ein Stil, der im Herrenbereich scheitern musste: „So etwas ist für fast keinen Spieler, außer vielleicht Messi, in einem Profiteam umsetzbar.“

Youssoufa Moukoko
Foto: IMAGO

Heute würde Schaffran den Stürmer daher taktisch ganz anders aufbauen, statt ihn starr als Neuner einzusetzen: „Er wird mit Sicherheit nicht nur ein Mittelstürmer sein. Vielleicht ist es also besser, ihn auf der Zehner- oder Achterposition zu entwickeln. Man verliert dadurch vielleicht 30 bis 40 Tore pro Saison, aber am Ende könnte man einen besseren Spieler bekommen.“

Aus der Personalie Moukoko hat der BVB seine Schlüsse gezogen: „Man muss aus dieser Geschichte lernen, wenn es darum geht, Entscheidungen für die nächste Generation zu treffen.“

Diesen Artikel teilen