Im kommenden Sommer schlägt Alexandra Popp ein neues Kapitel auf. Die 35 Jahre alte Stürmerin des VfL Wolfsburg wechselt im Spätherbst ihrer Karriere zu Borussia Dortmund. In welcher Liga sie gegen den Ball kickt, ist aktuell allerdings noch ungewiss.
Ziel des BVB ist das Erreichen der Bundesliga. Doch momentan steckt der Fahrstuhl nach oben ein wenig fest. Tabellenführer 1. FC Köln II ist in der Regionalliga auf fünf Punkte davongezogen. Allerdings haben die Dortmunderinnen eine Partie weniger ausgetragen.
„Die Regionalliga wäre ein Brett, keine Frage“, sagt Popp im Interview mit 11Freunde (Printausgabe). Ein mögliches hartes Einsteigen ihrer Gegnerinnen schreckt die 145-malige Internationale allerdings nicht ab: „Ich bin erfahren genug, selbst zu entscheiden, in welchen Zweikampf ich gehe und wann ich mich zurückhalte, weil es zu knallen droht.“
Die gebürtige Wittenerin läuft seit 2012 für den VfL Wolfsburg auf, gewann zweimal die Champions League und siebenmal die Deutsche Meisterschaft. Mit der DFB-Auswahl holte sie bei den Olympischen Spielen 2016 die Goldmedaille.
Doch ihre Vorstellung im vollbesetzten Signal Iduna Park war auch für die erfahrene Popp ein ganz besonderes Erlebnis. „Als Nobby Dickel (Stadionsprecher, Anm. d. Red.) meinen Namen durch die Stadionlautsprecher rief und die grandiose Stimmung von den Rängen auf den Rasen schwappte, wechselten sich bei mir kurz mal Gänsehaut und Freudentränen ab“, erinnert sich die Routinierin und verrät: „Hatte ich so noch nie erlebt.“
Mit Möller-Trikot im Stadion
Sie denkt an die Zeit zurück, als sie 1996 „als Fünfjährige im Andy-Möller-Trikot an der Hand meiner Mutter das erste Mal beim Spiel gegen die Bayern im Westfalenstadion war“. Schon damals habe sie „diese pure Wucht der Südtribüne überwältigt“.
Statt noch zwei Jahre in Wolfsburg zu verlängern, entschied sich Popp für den Wechsel nach Dortmund. Beim BVB unterschrieb sie bis 2029. Anschließend soll sie dem Klub „auch nach dem Karriereende erhalten“ bleiben, wie sie selbst erzählt.

Priorität genießt momentan aber noch der VfL. Die Wolfsburgerinnen treffen im DFB-Pokal-Finale am 14. Mai auf den FC Bayern München. Popp, seit Wochen aufgrund eines Muskelfaserrisses außer Gefecht gesetzt, arbeitet intensiv an ihrem Comeback. „Es läuft gut“, zitiert sie der kicker. Das Ziel ist klar: „Es würde mir extrem viel bedeuten, den Pokal noch mal nach Wolfsburg zu holen.“
