An ihm lag es nicht. Gregor Kobel (28) zeigte sich im WM-Viertelfinale gegen Argentinien in bewährter Form. Der Keeper der Schweizer Nationalelf und des BVB hielt, was zu halten war. Die 1:3-Niederlage nach Verlängerung vermochte aber auch er nicht zu verhindern.
Knackpunkt der Partie dürfte die Gelb-Rote Karte für Breel Embolo (29) gewesen sein. Der bereits verwarnte Schweizer Stürmer leistete sich im Zweikampf mit Leandro Paredes (32) beim Stand von 1:1 eine dreiste Schwalbe und flog nach 72 Minuten daher folgerichtig vom Platz. „Die Aktion hat das Spiel entschieden, zuungunsten der Schweizer“, bewertete Mats Hummels (37) anschließend die Szene auf Magenta.
Die Nati rettete sich in Unterzahl in die Verlängerung, kassierte in der Extra-Zeit aber noch zwei Treffer. „Ich habe es zu wenig gesehen“, sagt Kobel im Gespräch mit dem SRF zu dem Feldverweis für Embolo. Die Leistung seines Teams weiß der Dortmunder Schlussmann aber zu würdigen. „So, wie wir gekämpft haben, fühlt es sich unfair an, nicht wenigstens nochmals eine Chance im Penaltyschiessen zu bekommen“, hadert er mit dem späten K. o. durch Julián Álvarez (26) in der 112. Minute sowie Lautaro Martínez in der ersten Minute der Nachspielzeit der Verlängerung.
Akanji zürnt
Trotz des unglücklichen Ausscheidens in der Runde der letzten acht steht für die Schweiz eine Menge Positives auf der Habenseite. Erstmals seit 1954 erreicht die Alpenrepublik das Viertelfinale einer Fußball-WM. Das honoriert auch Kobel: „Ich bin stolz, wie wir es bis hierhin geschafft haben und auch heute wieder alles gegeben haben. Wir waren im Flow und haben Herz gezeigt.“ Ein Wermutstropfen bleibt dennoch: „Darum tut es megaweh, so auszuscheiden.“

Ärgerlich nach Abpfiff zeigte sich der Ex-BVB-Profi Manuel Akanji (30). „Ich bin eigentlich keiner, der über den Schiedsrichter schimpft“, kritisiert der Innenverteidiger den Unparteiischen Joao Pinheiro (38) aus Portugal dann aber doch. „Ich habe noch nie eine Partie gespielt, in der es so einseitig war wie heute. Keine Schwalbe von ihnen wurde geahndet“, moniert er die Entscheidungen des Referees.
Auch wenn Pinheiro nicht immer richtig lag, Gelb-Rot für Embolo nach VAR-Intervention war eine korrekte Entscheidung.
