„Nicht nur für 31 Spiele“: BVB-Keeper Kobel rechnet mit Mitspielern ab

Borussia Dortmund steckt nach der Niederlage in Mönchengladbach in einer Ergebniskrise. BVB-Torwart Gregor Kobel findet deutliche Worte und mahnt mehr Einsatz im Saisonendspurt an.

Nach der 0:1-Niederlage von Borussia Dortmund bei Borussia Mönchengladbach wächst beim BVB die Unruhe – und Torhüter Gregor Kobel findet deutliche Worte. Die Pleite am 32. Spieltag war bereits die dritte Niederlage aus den vergangenen vier Bundesliga-Spielen. Sie wirft Fragen zur Verfassung der Mannschaft im Saisonendspurt auf.

Besonders bitter: Bis kurz vor Schluss sah es so aus, als könnte Kobel einen persönlichen Erfolg feiern. Der Keeper war auf dem Weg zu seinem 15. Spiel ohne Gegentor, ehe Haris Tabakovic in der 88. Minute den entscheidenden Treffer erzielte und Gladbach damit den Klassenerhalt sicherte.

Nach Abpfiff zeigte sich Kobel sichtlich frustriert. „Ich habe schon schönere Momente erlebt“, sagte der Schweizer gegenüber der WAZ und kritisierte offen die Leistung seines Teams: „Es war keine gute Performance. Wir haben es ihnen zu einfach gemacht.“ Vor allem offensiv blieb Dortmund weit hinter den Erwartungen zurück und fand kaum Lösungen gegen die Gladbacher Defensive.

Kobel mit Appell: Mehr Professionalität beim BVB gefordert

Die jüngsten Ergebnisse lassen Zweifel aufkommen, ob beim BVB nach der gesicherten Champions-League-Qualifikation die letzte Spannung fehlt. Kobel selbst räumte ein: „Es macht den Eindruck. Man kann sicher den Schluss ziehen.“ Gleichzeitig richtete er einen klaren Appell an die Professionalität innerhalb der Mannschaft – und erinnerte an die gemeinsame Verantwortung: „Wir haben alle einen Vertrag für die ganze Saison unterschrieben, nicht für 31 Spiele.“

Gregor Kobel
Foto: IMAGO

Ob möglicherweise einige Spieler gedanklich bereits bei ihrer Zukunft sind, wollte der Torhüter nicht beurteilen. „Ich kann nicht in die Köpfe von den anderen hineinschauen“, erklärte er, ließ damit aber Raum für Interpretationen. Für den BVB stehen nun noch zwei Spiele an – gegen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen.

Während ein Sieg gegen Frankfurt die Vize-Meisterschaft sichern könnte, geht es zugleich darum, das Bild der Saison nicht weiter eintrüben zu lassen. Kobel betonte dabei auch die sportliche Fairness im Saisonfinale und sprach von „einer gewissen Verantwortung“. Klar ist: Die Worte des Torhüters sind mehr als nur Frustbewältigung. Sie sind ein Weckruf an eine Mannschaft, die ihre Saison nicht auslaufen lassen darf.

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